Eng an eng hängen große Zeichenblätter
auf ungefähr drei Meter hohen Wänden. Auf Wänden, die sich zu
Gängen formen. Zu Fluchten, zu Winkeln. Um ein Eck biegen in
den nächsten Raum im Raum. Und wieder sprengt eine Fülle an
Bildbotschaften unsere Optik: Musikkürzel, Bilder aus
Illustrierten, allseits bekannte Zeichen in Wiederholungen, in
Variationen.
Gesamtkunstwerk
Raum
Willkommen im Kunst-Labyrinth der seelischen
Zustände! Aber keine Frage: Es ist der große Saal des Linzer
Kunstmuseums Lentos, in dem wir uns befinden.
Tageslicht-durchflutetete 850 m2. Trotzdem ist der Saal kaum
zu erkennen. Denn Lentos-Direktorin Stella Rollig ließ den
international begehrten amerikanischen Multimedia-Künstler
Matt Mullican (*1951) hier etwas realisieren, was wir aus
Rolligs früherer Wirkungsstätte - dem O.K-Centrum für
Gegenwartskunst - kennen: ein Riesenraum wird zum
Gesamtkunstwerk.
Hypnose als
Bildmittel
Im Falle Mullicans verschränkt sich das
als Werkschau künstlerischer Konsequenz mit einer speziell für
Linz gestalteten Themenausstellung. Als erstes
österreichisches Museum nach der Wiener Secession (1994) wird
ein substanzieller Überblick über 20 Jahre Tätigkeit eines der
einflussreichsten Künstler der Gegenwart gezeigt.
Tipp:
Unbedingt eine Führung mitmachen! Denn es ist nicht einfach,
vor Modellen zu stehen, die persönliche Befindlichkeiten und
Weltbilder symbolisieren sollen.
Die zentrale Arbeit
(Irrgarten) entstand übrigens im Hypnose-Zustand. Warum? Dazu
Mullican: "Ich wollte einmal wissen, wie es ist, in einem Bild
zu leben!" Und hier im Lentos lassen sich seine Erfahrungen
jetzt
nachvollziehen.
Ausstellungsdaten
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Eröffnung: 20. 10., 19 Uhr.
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Öffnungszeiten: täglich außer Dienstag 10-18 Uhr; Do. 22
Uhr, 31. Dez. 10-16 Uhr
• Vortrag: Matt Mullican
spricht am 21. Okt., 19 Uhr, über seine bildnerische Arbeit
(englisch).
• Kunstfrühstück "sonntags um
11": 30. Okt., 11 Uhr. Stella Rollig im Gespräch mit
Martin Heller, dem Intendanten des EU-Kulturhauptstadtjahres
Linz 2009 (Eintritt/Frühstück: 12 ¤).
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Info: 0732 / 70 70-36 00.
vom 20.10.2005 |