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01.12.2002 20:22

Warm verstrichen
Martin Pohl im Kunstmagazin Hell



Seine in Acrylfarben bemalten Bildflächen übergeht Martin Pohl ein zweites Mal. Eingefärbtes Wachs bildet den Überguss, der dann, in wechselnder Dicke opaken Schutz und neblig verschleierte Räumlichkeiten schafft. Inzwischen weiß der Künstler, sich das heikle Material warm und fließend zu erhalten, weiß Scharfkantigkeiten zu vermeiden und so die Spuren seines Eingriffs zu verschleiern. Aufflammend zuweilen zwischen mattem Dickicht leuchtet bald ein lichter Grund durch dumpfe Schwaden, oder bleibt verborgen, gut bewahrt in Camouflage. Und die Freunde des Geheimratskäses dürfen staunen, wie die einst profane Hülle, in der Art selbst rosenblättrig nun geworden, vielleicht höheres Geheimnis birgt. (trag/DER STANDARD, Printausgabe, 2.12.2002)


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