"Zurück zur sachlichen Diskussion!" -
so lautet der Grundtenor, zu dem sich gestern der
Verwaltungsausschuss der Museen der Stadt Linz vor
versammelter Presse bekannte. In Arbeit: die klare Definition
einer fruchtbaren Strategie für Lentos &
Co.
"Die Diskussion war schädlich für das Lentos
und unangenehm für mich." Soweit Lentos-Direktorin Stella
Rollig in ihrer Stellungnahme zur populistisch geprägten
Auseinandersetzung der letzten Wochen. Aber: "Wir sind
einstimmig Willens, eine Versachlichung des Diskurses
herbeizuführen", bekräftigte auch der Linzer
Vizebürgermeister/Kulturreferent Erich Watzl die
begrüßenswerten neuen Perspektiven für eine konkrete
Vorgangsweise in der inhaltlichen
Diskussion.
Produktiver Prozess
Der
Aufsichtsrat habe nun drei Phasen definiert, nach denen
vorgegangen werde: 1. Systemanalyse als Bestandsaufnahme der
derzeitigen Stärken, Schwächen und Vergleich mit Museen
ähnlicher Größenordnung. 2. Erarbeitung von Realszenarien
unter Einbindung von Partnern (etwa Verein Freunde des
Lentos). 3. Festlegung der strategischen Zielsetzungen,
mündend in den Verwaltungsausschuss, der Ende März 2006
zusammentreffen soll.
Rollig: "Ich dachte, als ich mich
für diesen Posten mit meinem Konzept beworben habe, dass ich
hier auf Partner treffe, die sich bereits in Klarheit darüber
befinden, dass sie zeitgenössische Kunst hier wollen." Die
Lentos-Direktorin sei zwar überrascht gewesen, dass dem nicht
so war, sehe die aktuelle Phase aber als produktiven
Prozess.
Werfe nicht das Handtuch
Linz
habe zudem den EU-Kulturhauptstadt-Zuschlag für das Projekt
"Labor der Zukunft" erhalten: "Und ich bin eine Anwältin der
zeitgenössischen Kunst. Das ist meine Leidenschaft und
Kompetenz." Falls sich der Verwaltungsausschuss inhaltlich
anders positionieren wolle, müssten die Konsequenzen
personeller Natur von der Politik gezogen werden. Rollig: "Ich
werde nicht das Handtuch werfen."
Stadtrat Klaus Luger,
dessen Rollig-Kritik die letzten Wochen prägte, bekannte sich
zu einer Abwandlung des Hilmar-Hoffmann-Zitats ("Kultur für
alle"): den Zugang zur Kunst möglichst vielen zu ermöglichen.
Luger weiters: "Rollig hat einen klaren Vertrag bis 2009. Das
steht völlig außer Diskussion!" Er bekenne sich jedoch zu
einer Überprüfung, "wie dies in jedem Unternehmen üblich" sei.
vom 20.10.2005 |