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vom 31.10.2007 - Seite 025
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Ruppig wilde Bilderkraft
Am 8. November eröffnet das Museum Gugging im Art / Brut Center Gugging in Klosterneuburg zwei neue Ausstellungen. "Erstens die bisher umfangreichste Schau internationaler Art Brut in Österreich und "innocy's house" des japanischen Künstlers Shintaro Miyake.
"Sybille", so heißt erstens ein Werk des Schweizer Art-Brut-Künstlers Louis Soutter. Da es gleichzeitig die gesamte Kunstrichtung symbolisiert - ungezähmt, unbeschönigt und von der Kunstwelt unbeeinflusst -, wurde "sybille" auch zum Titel der Ausstellung über die sogenannte "art brut" gemacht.
In diesem Sinn ist auch die Präsentation der Klassiker dieses Genres in Gugging zu verstehen. Sie reicht von Adolf Wölfli über Aloise Corbaz bis Willem van Genk, von Martin Ramirez bis Rosemarie Koczy. Die von Kurator Johann Feil-acher getroffene Auswahl von über dreißig der bedeutendsten Art-Brut-Künstler gewährt faszinierende Einblicke in sehr individuelle Bildwelten.
Miyakes Unschuld
Was der Künstler und Sammler Jean Dubuffet (1901-1985) dereinst als "brut" definiert hat, nämlich die ursprüngliche Kreativität, wird nun in Gugging konzentriert gezeigt, neben den Werken der Gugginger Künstler selbst, die in der Dauerausstellung "gugging classics" permanent zu sehen sind. Der überwiegende Teil der Leihgaben aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien und Großbritannien kommt aus Privatsammlungen. Vieles wird hier zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert .Die zweite Ausstellung im Museum Gugging zeigt Arbeiten des Japaners Shintaro Miyake. Für seine Ausstellungen fertigt dieser außergewöhnliche Künstler Kostüme an, die ihn in immer neue Charaktere schlüpfen lassen.
Bunte, heile Welt
Mittlerweile ist sein reichhaltiger Fundus an Rollen auf über 20 angewachsen, darunter befindet sich auch "Innocy". Dieser Name leitet sich vom englischen "Innocence" ab. So ist deswegen das Fell des "unschuldigen" Ungeheuers auch in Weiß gehalten.
In Japan lernte Miyake vor einigen Jahren die Werke der Künstler aus Gugging kennen und war auf Anhieb davon fasziniert. Im Jahr 2004 kam er für eine Ausstellung in der Galerie Krinzinger nach Österreich. Innocy, quasi Miyakes Alter Ego, besuchte damals auch das Haus der Künstler in Gugging und nützte diese Gelegenheit, zusammen mit seinen Vorbildern zu zeichnen.
Bei Miyakes jetzt im Museum gezeigten Projekt "innocy's house" handelt es sich um eine Installation, die damals während Innocys Aufenthalt in Österreich entstanden ist. Die Wände des Häuschens und großformatige Zeichnungen zeigen eine bunte, heile Welt. Innocys ausgestelltes Kostüm sowie zahlreiche Fotografien erinnern an das herzhafte Treiben des "Innocy"-Monsters in Gugging. (apa/ gunn)
Museum Gugging
Ort:
Museum Gugging, Art /Brut Center, 3400 Maria Gugging, Hauptstraße 2: "sybille.! - internationale art brut" und "innocy's house", Eröffnung am 8. November, 19.30 Uhr,
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 - 17 Uhr, bis 6. April 2008
Kontakt:
Internet
www.gugging.org
Bizarre und faszinierende Unmittelbarkeit auch bei Schröder Sonnenstein Foto: Sammlung Infeld
Miyakes "Innocy" in Wien |
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