Die Leopold-Museum Privatstiftung zahlt laut Medienberichten 19 Millionen Dollar (14,8 Millionen Euro) an die Erben der Kunsthändlerin Lea Bondi-Jaray. Seitens der Stiftung wollte man die Einigung nicht offiziell bestätigen und kündigte noch für Mittwoch eine Erklärung an.
Zu erwarten ist, dass die Stiftung das Geld durch Verkäufe von Kunstwerken aufbringen wird. Ehe das Gemälde in einigen Wochen nach Wien transportiert wird, soll es noch im Jewish Museum New York ausgestellt werden.
Für Österreich hatte der Fall "Wally" den Anstoß für eine große "Raubkunst"-Debatte geliefert, die zu dem heute gültigen Restitutionsgesetz und spektakulären Rückgabe-Fällen aus öffentlichen Museen führte.
Spannende Finanzierungsfragen
Der kürzlich verstorbene Sammler Rudolf Leopold hatte wie ein Löwe um die Wiedererlangung des Schiele-Gemäldes gekämpft. Spannend werden die Finanzierungsfragen: Leopold soll noch persönlich Bilder für einen allfälligen Verkauf bestimmt haben, diese könnten vorläufig als Sicherheit für die Vorfinanzierung der 19 Millionen Dollar durch dritte Seite dienen.
Das 1912 entstandene "Bildnis Wally" zeigt Egon Schieles Geliebte Valerie ("Wally") Neuzil. Der Sammler Rudolf Leopold hatte das Gemälde 1954 im Tausch von der Österreichischen Galerie Belvedere erworben.
Das Bild war in der Nazi-Zeit von dem Kunsthändler Friedrich Welz unter strittigen Umständen der Galeristin Lea Bondi-Jaray abgepresst worden, nach dem Krieg jedoch versehentlich an falsche Besitzer restituiert worden. Nachdem Henry Bondi und Rita Reif 1998 in New York als Erben der ursprünglichen Besitzer für ihre Familien Ansprüche an die Bilder gestellt hatten, wurden die Bilder als "Diebsgut" beschlagnahmt.
Das anschließende langwierige Gerichtsverfahren drehte sich vor allem um die Frage, was genau Rudolf Leopold über die Vorbesitzer und die Umstände der Besitzerwechsel gewusst hatte.