| DER ONLINE DIENST DER
TIROLER TAGESZEITUNG http://www.tirol.com/ |
| "Graz
2003": Ausstellung um Kunst und Krieg Über 100 Künstler zeigen ihre Werke in der Neuen Galerie. Graz (APA) - In der Neuen Galerie wird im Rahmen von "Graz 2003" morgen, Freitag, die Ausstellung "M_ARS: Kunst und Krieg" eröffnet. Über 100 Künstler zeigen ihre Auseinandersetzungen mit dem Thema, wobei die Bandbreite vom Vietnamkrieg bis in die Kriegsherde der Gegenwart reicht. Auch kriegsähnliches Verhalten im Privatleben oder im Sport soll nicht ausgeklammert bleiben, hieß es bei einer Pressekonferenz am Donnerstag."Wir haben nicht gewusst, dass wir so aktuell sein würden", erklärte 2003-Intendant Wolfgang Lorenz. Immerhin sei die Idee zur Ausstellung bereits vor eineinhalb Jahren entstanden. "Es geht weniger um moralische Dimensionen, sondern um das Selbstverständnis vom Dasein von Gewalt. Man kann ihr auf verschiedensten Ebenen einfach nicht entgehen", so Günther Holler-Schuster, der zusammen mit Peter Weibel als Kurator der Schau wirkt. Ausgehend von Freuds Schriften "Das Unbehagen in der Kultur" (1930) und "Warum Krieg" (1933) wurde eine Ausstellung von Gegenwartskunst zusammengestellt, die untersucht, warum der Prozess der Kulturentwicklung immer wieder von Gewalthandlungen unterbrochen wird. Zu sehen sind unter anderem fotografische Zeugnisse von berühmten Kriegsfotografen von Afghanistan bis zum Balkan, so Weibel. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Fotos und Videos. Die Ausstellung soll nicht nur einen aktuellen Überblick über den Zustand der Gesellschaft bieten, sondern auch eine kritische Position zur Kunst innerhalb der Gesellschaft beziehen. Daher werden nicht nur Beispiele von psychischen und sozialen Veränderungen, die den Krieg hervorrufen, vorgestellt, sondern auch die daran beteiligten medialen Vorgänge. Die Schau versteht sich daher auch als Beitrag zur Differenzierung von Krise, Krieg und Kunst, so die Kuratoren. 2003-01-09 11:50:40 |