| diepresse.com | ||||
| zurück | drucken | ||||
|
| ||||
| 23.06.2005 - Kultur&Medien / Kommentare | ||||
| Meinung: Und erhalte uns die Kupferstecher | ||||
| ALMUTH SPIEGLER | ||||
|
W Warum also nicht gleich ein offenes System, wie es im
angloamerikanischen Raum praktiziert wird? Die Kaderschulen für Künstler
heißen seit Jahren Goldsmiths College (London) und CalArts, (California
Institute of the Arts). Wer hier gelernt hat, wird sich bei der Suche nach
einem Galeristen nicht sehr schwer tun. Ein international unverwechselbares Profil ist also
sowohl für Künstlerkarrieren als auch für die immer nötiger werdende
Eigenfinanzierung der Universitäten wesentlich. Doch Akademie-Rektor
Stephan Schmidt-Wulffen scheint sogar mit seinem entschärften
Reform-Versiönchen am eingefahrenen Apparat zu scheitern. Wozu, bitte, scheint es derart lebensnotwendig zu sein, an beiden Wiener Kunstunis Textil-Klassen zu betreiben? Wozu müssen beide im Akkord Kunsterzieher ausbilden? Wozu - neben der TU - noch weitere arbeitslose Architekten? Wie wäre es stattdessen mit mehr Kooperation und Austausch? Und die vor dem Kupferstichkabinett Schlange stehenden Menschenmassen - geschweige denn Studenten - sind im Gegensatz zur Albertina auch noch nie verkehrsbehindernd aufgefallen. Was fehlt, ist ein großer radikaler Entwurf für die Kunstausbildung in Österreich. Die angewandte Kunst an die Angewandte zum Beispiel und die freie bildende Kunst an die Bildende. Die (nötigen) Kompromisse kommen immer von allein.
|
||||
| © diepresse.com | Wien | ||||