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Künstlerin erhielt Ehrenzeichen von Bundespräsident

Maria Lassnig ausgezeichnet

Eine viel geehrte heimische Künstlerin: Maria Lassnig. APA

Eine viel geehrte heimische Künstlerin: Maria Lassnig. APA

Das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst erhielt am Donnerstag die Malerin und Grafikerin Maria Lassnig (85) von Bundespräsident Heinz Fischer.

Fischer würdigte Lassnig als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der österreichischen Kunstszene. Sie habe sich durch besonders hoch stehende künstlerische Leistungen Ansehen im Inland und auch international einen hervorragenden Namen erworben. Die Verleihung wurde nun in kleinem Kreis nachgeholt, da Lassnig beim jährlichen Empfang der Kurie beim Bundespräsidenten im März außer Landes war.

Lassnig wurde am 8. September 1919 im kärntnerischen Kappel geboren. 1941 wurde sie an der Wiener Akademie der bildenden Künste in die Meisterklasse Wilhelm Dachauer aufgenommen, die sie 1943 verlassen musste, weil ihre Bilder als "entartet" bezeichnet wurden. Ihr Studium schloss sie bei Ferdinand Andri und Herbert Boeckl ab.

1951 übersiedelte sie nach Wien. Dort gehörte sie mit Rainer, Mikl, Hollegha und Prachensky zum Kreis um Monsignore Otto Mauer, den kunstinteressierten Geistlichen und Gründer der Galerie nächst St. Stephan. 1968 übersiedelte sie nach New York, wo sie sich nicht nur mit Malerei, sondern auch erstmals mit Zeichentrickfilmen beschäftigte. Zwölf Jahre später kehrte sie nach Wien zurück, wo sie als erste Malerin im deutschsprachigen Raum eine Akademie-Professur – an der Hochschule für angewandte Kunst – übernehmen konnte. Im selben Jahr vertrat sie – gemeinsam mit Valie Export – ihre Heimat bei der Biennale in Venedig.

1982 und 1997 folgten Einladungen zur documenta nach Kassel. Mit ihrem autobiografischen Animationsfilm "Kantate" nahm sie 1993 bei den Berliner Filmfestspielen für Österreich teil. Als erste bildende Künstlerin erhielt Lassnig 1988 den Großen Österreichischen Staatspreis. 1998 wurde sie mit dem OskarKokoschka-Preis ausgezeichnet. Im Februar 2004 erhielt sie den Max-Beckmann-Preis. Derzeit (noch bis 28. August) ist in der Sammlung Essl die Schau "Maria Lassnig – body. fiction. nature" zu sehen.

Die Kurien für Wissenschaft und Kunst setzen sich aus jeweils 36 Wissenschaftern bzw. 36 Künstlern zusammen, jeweils 18 davon sind Österreicher. Der Bundespräsident empfängt traditionell ein Mal jährlich die Ehrenzeichen-Träger. Verbunden mit der Auszeichnung ist die Aufnahme in die Österreichische Kurie für Kunst.

Freitag, 01. Juli 2005

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