risch glänzende
Oberflächen und spannungsgeladene Materialsprache, sondern basieren
auf einem äußerst komplexen theoretischen Unterbau.
Katalysator
In einem konzeptuellen Zwischenraum geht die Künstlerin der Frage
der Interaktivität von Realität und ihrem Wahrheitsgehalt nach.
Dabei befindet sich die Kunst in der komfortablen Lage, weder
wissenschaftlich, noch moralisch argumentieren zu müssen. Rini
Tandon: "Ich sehe meine Position als Katalysator einen bestehenden
Informationsraum in Bewegung zu halten, der Energien in sichtbare
Zeichen umwandelt und sie in einem Visualisierungsschema zu
Bil-Bregenz (VN-ag) In Rini Tandons Arbeiten spiegeln sich die
Wechselseitigkeit und die Durchdringung von Materialien und Medien.
Vergleichbar dem Wechsel von einem Aggregatszustand in den
anderen, verfließen feststehende Kategorien von Bild, Objekt und
Raum ineinander. "Waves" nennt die Künstlerin folgerichtig eine
Werkauswahl in der Bregenzer Galerie K12, die diese Entwicklung
anhand von Arbeiten der letzten Jahre nachzeichnet.
Dabei bestechen die Exponate nicht nur durch verführedern und in
sich geschlossenen Bezugssystemen generieren lässt." Die daraus
resultierenden Arbeiten "sind wandelbare, temporäre Stationen einem
Echo gleich". Zwischen Malerei und Skulptur, die reversible Zustände
markieren, zwischen Erzeugen und Verarbeiten, öffnet sich die Kunst
als diskursives Feld. Während die Vorstellung der Leere ein
zentrales Thema buddhistischer Philosophie trifft und damit den
indischen Kulturkreis, aus dem die Künstlerin stammt, anspricht,
wird bei Rini Tandon jedes Ding, jeder Gegenstand, zu Sender und
Empfänger gleichermaßen.
Was wir nicht wissen
Das Sichtbare inkludiert das Unsichtbare, Präsenz und Abwesenheit
bedingen sich gegenseitig, und "wir wissen nicht, was wir nicht
wissen" (Tandon). So interpretiert die Künstlerin den
Sanskrit-Spruch "Neti Neti Neti" ("Nicht das, nicht das, nicht das")
eher in Hinblick auf Inklusivität, denn auf das Ausschlussprinzip.
"Water Perforations" nennt sich eine Fotoarbeit, deren durchlöcherte
Wasseroberfläche die Frage nach der Tiefe aufwirft und diese
Dialektik anschaulich verkörpert. Wasser ist flüssig, nicht wirklich
fassbar und stellt damit für die Künstlerin die ideale Vorstellung
eines Raumes dar, der ebenso fluid sein soll und in dem sich die
Dinge ständig im Fluss befinden.
Dazu gehören auch die neue Werkserie der
Chromolux-Acrylglas-Arbeiten oder die dreiteilige Installation "Echo
Location" im Schaufenster der Galerie. Was wie eine Botschaft an/von
Außerirdische erscheint, verweist sehr pointiert auf das Hier und
Jetzt.