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05.07.2003 - Ausstellung
Pakosta-Ausstellung: Aggressive Wiederholung
Es hat sich nichts geändert: Die Albertina zeigt Florentina Pakostas "Köpfe", "Hände" und Satiren.
VON ALMUTH SPIEGLER


Déjà vu: 1984 zeigte Walter Koschatzky in der Albertina Florenti na Pakostas "Charakterköpfe". "Stille Aggressivität" fand "Presse"-Kunstkritiker Kristian Sotriffer damals in diesen "Superporträts", die einen "Typus zwischen Heldenbild und Karikatur" bilden. 2003 zeigt Klaus Albrecht Schröder Pakostas Köpfe wieder, gemeinsam mit den "Händen" und "Satirischen Blättern". Nach Robert Longos Freud-Zyklus und einer Kurz-Ausstellung von Bildern des unter den Albertina-Sponsoren als Patron aufgelisteten Unternehmers und Malers Gerhard Weisshappel ist es die dritte Ausstellung in der Pfeilerhalle seit der Wiedereröffnung.

Anlass ist der 70. Geburtstag Pakostas, immerhin ein guter Grund, der die Wiederholung nobel erklärt, aber nicht unbedingt entschuldigt. Denn Schröder beschränkt sich in der Ausstellung auf die drei bekanntesten Werkzyklen Pakostas, alle entstanden in den 70er und 80er Jahren. Darunter auch Pakostas Auseinandersetzung mit Franz Xaver Messerschmidts Charakterköpfen. Nur, wer kennt dagegen die seit 1989 entstandenen trikoloren Bilder der Künstlerin, die Elfriede Jelinek etwa zu einem flammenden Brief an Pakosta hinrissen? Es wäre eine spannende Gelegenheit gewesen, eine Entwicklung zu zeigen und nicht immer um einen Höhepunkt zu kreisen.

Dieser Höhepunkt hat es trotz allem aber immer noch in sich: Den Pakt der Männer mit der Macht prangerte Pakosta in diesen aggressiven Zeichnungen an. Eine Problematik, die sich auch in den letzten 20 Jahren nicht wesentlich verbessert hat, nur besser verdrängt wird. Kämpferische Feministinnen werden heute genauso leichtfertig als "altmodisch" abgestempelt wie die angeblich so nervenden Mahner gegen das Ewiggestrige. Man denke nur an die marginale Zahl der Museumsdirektorinnen in Österreich. Ein Schicksal, das die Frauen auch am Kunstmarkt trifft. "Wäre die Pakosta ein Mann, so würde sie berühmt sein", entschlüpfte es einmal Adolf Frohner über die Kollegin, die 1978 erstmals in einer Ausstellung die weiblichen Secessions-Mitglieder zusammenbrachte. Anfeindungen folgten.

Brutal und direkt starrt jetzt also in der Albertina das immer gleiche, glatzköpfige Männergesicht aus Pakostas schraffierten und modellierten Proto-Porträts. Grinsend, arrogant, traurig - alles hohle, gewaltige Masken der Macht. Scheren und Sägen wachsen statt Mündern, aus der Stirn ragt eine Pistole, plakative aber eindringliche Symbolik einer Künstlerin, die unter ähnlichen Realitäten leiden musste. "Die Gesellschaft ist eine Männergesellschaft, der auch Frauen beitreten können", so Pakosta zynisch. Da bleibt wohl nur, danke zu sagen.

Bis 28. August. Täglich 10 bis 18 Uhr, Mittwoch 10 bis 21 Uhr.



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