Bregenz (VN) Man braucht es nicht zu umschreiben, auch Galeristen
sind - wie Buch- oder Antiquitätenhändler - daran interessiert, ihre
"Ware" gerade zur Weihnachtszeit zu Kundschaft und Kunstfreunden zu
bringen. Die Frage ist, welche Qualität man anbieten kann und wie
man das tut.
Allerorts findet man derzeit gute und vielleicht weniger gute
Ausstellungen, die Bregenzer Galerie Lisi Hämmerle hat sich dabei
seit Jahren mit einer Präsentation hervorgetan, die auch das
Informationsbedürfnis befriedigt, also Werke enthält, die zum Teil
eigens, und sowieso nicht in erster Linie für den Verkauf,
geschaffen
wurden.
Mit der
Vorarlberger
Künstlerin Ruth
Schnell arbeitet die Galeristin schon länger zusammen. Nun
präsentiert sie Lichtobjekte, die einerseits auf die Wahrnehmung
abzielen (an den Lichtquellen sind nur bei bestimmter Bewegung der
Augen Wörter abzulesen) und andererseits einen sozialkritischen
Inhalt aufweisen. Begriffe wie "Netzwerk", "Mangel", "Bildung",
"Politik" usw. sind zu erfassen, verweisen auf die Arbeitswelt und
haben eine konkrete Botschaft.
Rollenbilder
Mit weiblichen Rollenbildern hat sich auch die Gruppe G.R.A.M.
befasst und erinnert mit einem Kalender mit unscharfem Pin-Up an das
groteske Schicksal einer Frau, die zahlreiche Operationen auf sich
nahm, um einem männlichen Wunschbild zu entsprechen - bzw. an den
Folgen der Eingriffe zu sterben.
Denkmal
Gottfried Bechtold errichtet Künstlern dafür ein witziges
Säulendenkmal und die Vorarlbergerin Alexandra Berlinger (jüngst mit
einer Fördergabe des Landes ausgezeichnet) behandelt die
Flüchtigkeit medialer Bilder, indem sie das rasche Verschwinden
derselben aus dem Gedächtnis fototechnisch perfekt festhält.
Die in London lebende Vorarlberger Künstlerin Ulli Knall bedient
sich berühmter Figuren der Kunstgeschichte, nicht nur, um deren
Schicksal in bizarr-eindrucksvollen Skulpturen fortzuschreiben,
sondern auch um sie in Verbindung mit der Gegenwart zu sehen.
Überraschende Begegnungen sind hier ebenso vorprogrammiert wie bei
Edgar Leissing. Seine Collagen, deren Vorlagen er in Magazinen
findet, haben nach wie vor Power und reihen sich auch mit Nachdruck
in die Ansammlung zahlreicher weiterer Werke.