Auferstehung der Kuh
„KUHZIFUX“. Der erste Kurzfilm von Jürgen Fux zeigt Leben und Sterben eines Stiers – und noch mehr. Der 34-Jährige ist ein streitbarer Künstler.
CHRISTOPH KIRCHNER SALZBURG (SN). Kühe im Stall. Eine wird ausgewählt. Die Kamera ist dabei. Der Schlachtschussapparat wird angesetzt. Ein kurzes Geräusch – und das schwere Tier sackt zu Boden.
„KUHZIFUX“ ist der erste Kurzfilm von Jürgen Fux. Er wurde im Petersbrunnhof das erste und einzige Mal gezeigt.
Aufsehen erregte der 34-jährige Niederalmer als Aktionskünstler schon 2006, als er als Reaktion auf Paola Pivis umgekehrten Hubschrauber auf dem Residenzplatz einen Pkw verkehrt auf den Mozartplatz legte. Für „auswärtige Künstler“ sei damals viel Geld ausgegeben worden, Salzburger Künstler jedoch würden oft nicht beachtet, sagt Fux. Das stört ihn auch heute noch. In jüngerer Vergangenheit stellten sich bei Jürgen Fux große Erfolgserlebnisse ein. Erst kürzlich reiste er nach Abu Dhabi, wo er den von ihm entworfenen WM-Pokal für das Flugspektakel Red Bull Air Race präsentierte. Nur von sieben Uhr früh bis Mitternacht habe der Trip gedauert, erzählt Fux – inklusive komfortabler Unterkunft im 58-stöckigen Hilton-Hotel. Trotz der kurzen Zeitspanne habe er viele Kontakte knüpfen können: In naher Zukunft sind Ausstellungen von Fux in Abu Dhabi geplant.
Das Malen auf Kuhhäuten ist eine Technik, die der gelernte Metzger schon lang praktiziert. Den Film „KUHZIFUX“ will er auch als Präsentation seiner Technik verstanden wissen. Außerdem geht es ihm darum, den Leuten die Realität näherzubringen: „Ich will die Spanne zwischen Kunst und dem normalen Alltagsleben der Menschen überbrücken.“
Konkret bedeutet dies im Film die detaillierte Darstellung jener Vorgänge, an die beim kultivierten Mahl niemand mehr denkt. Während der Filmvorführung bei der Premiere sitzt Jürgen Fux auf der Bühne und verzehrt ein Steak. Im Hintergrund zu sehen ist die Schlachtung, das Abtrennen des Kopfes, die Häutung, das Gerberhandwerk – bis zur Bemalung der Stierhaut.
Vom Leben zum Sterben, vom Sterben zur Wiederauferstehung als Kunstwerk: Jürgen Fux enthüllt am Ende des 15-minütigen Films das Bild als Ergebnis des Gezeigten. Es ist vollbracht. Jetzt darf gespeist werden. Es gibt Rindsbraten. Informationen im Internet unter: www.fux-juergen.com
