| Salzburger Nachrichten am 18. März 2006 - Bereich:
Kunstprojekt bringt "stille Örtchen" zum Klingen
Ungewöhnliche Räume für ihre Kunst hat sich die Nürnbergerin Tanja Hemm
ausgesucht. Mit dem Projekt "WC 2006" will die Künstlerin ein Klangnetz
zwischen öffentlichen Toiletten schaffen. "Klänge, die vereinnahmen,
sollen das stille Örtchen ganz neu definieren", erklärt die 40-Jährige.
In 20 öffentlichen Toiletten und WC-Anlagen Nürnbergs werden vom 23.
März an ihre schlichten Klangkompositionen zu hören sein. Auch ein
Restaurant in Wien (Restaurant Lux in Wien-Neubau) installiert den
Toilettenklang. Ungewöhnliche Naturgeräusche, Instrumentalklänge und Stimmaufnahmen
sollen in neun Zyklen abgespielt werden. Peinliche oder provozierende
Geräusche aus dem Umfeld der Toilette würden keinesfalls verwendet,
erklärt die Künstlerin. Vielmehr wolle sie den "paradoxen Gegensatz des
öffentlichen WCs zwischen Intimität und Öffentlichkeit" zum Gegenstand
ihrer Klangkunst machen. Bis zum 19. Juli sollen die Toiletten in teilnehmenden Kulturzentren
wie im Nürnberger "K4", in Restaurants und öffentlichen Einrichtungen
beschallt werden. Dem Projekt könnten sich jederzeit weitere Hausherren
von öffentlichen Klos anschließen, teilte Tanja Hemm mit. Ein "klassisches
Bahnhofsklo" befindet sich noch auf der Wunschliste der Künstlerin.
(Internet: http://www.tanjahemm.de) |