Bilder mit Einflugschneisen
Eigene Sprache – brisant – aktuell. Viel Lob für Jan Davidoffs neue Ausstellung „Flüchtig“ in der Galerie Getreidegasse.
Matthias Petry Altstadt. Erst im vergangenen Jahr hat Jan Davidoff die Akademie der Bildenden Künste in München abgeschlossen, trotzdem kann er bereits auf eine beachtliche Zahl an Ausstellungen zurückblicken. Am vergangenen Mittwoch, 24. März, eröffnete er eine weitere mit neuen Werken in der Galerie Getreidegasse.
Galerist Nikolaus Leskovar ist begeistert von Davidoffs Arbeit: „Er hat ein gewisses Alleinstellungsmerkmal, er hat eine eigene Sprache in jedem seiner Bilder“, erklärt er, „andere, vor allem junge Künstler, malen zwei Bilder und man könnte glauben, sie kämen von zwei verschiedenen Personen.“ Bereits am ersten Abend, als sie sich in München kennengelernt hätten, habe er ihm gleich fünf Bilder abgekauft.
Auch Anton Gugg vom Kulturamt der Stadt Salzburg lobte Davidoff in seiner Eröffnungsrede: „Seine Bilder thematisieren oft das Verschwinden des Einzelnen in der Anonymität, aktueller und brisanter kann kein Maler heute sein.“
Vorlage für Davidoffs Bilder e sind meist Fotos, die er von seinen Reisen nach Thailand, Brasilien, China, New York und, ganz aktuell, Israel, mitbringt. „Der Speicher ist besser als der da oben“, lacht er und deutet auf seinen Kopf, „ich mache viele Fotos und schaue hinterher, welche sich als Bild eignen würden.“ Auch Erlebnisse und Eindrücke der jeweiligen Reise fließen dann beim Malen mit ein. Ihm sei es wichtig, dass jedes Bild „mehrere Einflugschneisen hat, sodass jeder seine eigene Geschichte reininterpretieren kann“. Wenn darüber diskutiert werden könne, dann bleibe das Bild auch lebendig.
