 |
Maria Hahnenkamp im Museum für Angewandte Kunst, MAK-Galerie,
Stubenring und in der Die aufwändige Dia-Projektion im MAK markiert den
vorläufigen Abschluss einer jahrelangen obsessiven Forschungs- und
Sammeltätigkeit, für die Maria Hahnenkamp tausende von Bildvorlagen, die
in erster Linie Repräsentationen von Weiblichkeit in den verschiedensten
Medien illustrieren, zusammentrug: Fotografien aus Mode- und
Kunstzeitschriften, aus Privatarchiven, ethnografischen Sammlungen oder
Pornoheften. Die schnell rotierende Parallelprojektion von über 700 Dias
stellt dieses Bildarchiv vor, dessen Hauptmerkmal in der nichtwertenden,
nüchternen Darlegung von Körperhaltungen, Gesten, Stellungen und sexuellen
Posen liegt. Verstärkt durch Paradebeispiele kunsthistorischer
Aktdarstellungen wird so ein vergleichender, buchhalterischer Gestus
offengelegt, der die vermeintlich emotionalen Gehalte dieser Bilder auf
ein Minimum reduziert.
Maria Hahnenkamp zeigt parallel dazu in
einer Wiener Galerie neue Fotoarbeiten, die ebenfalls von einem starken
Spannungsverhältnis zwischen absoluter Nähe und formaler Distanz handeln.
Man sieht auf diesen Fotos die ‹Schnittstellen› zweier Frauen, die dicht
nebeneinander stehen, beide rot in rot angezogen. Die Köpfe der
Dargestellten sind zwar nicht auf dem Bild, aber das ‹Weibliche› lässt
sich an sekundären Geschlechtsmerkmalen ablesen. Diese Methode der
Fragmentierung, welche die Taktik sexistischer Werbung aufnimmt – indem
den Abgebildeten eine eigene Identität verweigert wird –, ist hier mit den
eigenen Mitteln geschlagen. Denn Hahnenkamps Arbeiten faszinieren nicht
zuletzt durch die absolut perfekte Behandlung der Oberfläche, ein
ebenfalls ästhetisches Werkzeug der Werbeindustrie. Indem die Künstlerin
diesen Gestus aufnimmt und für ihre eigenen Zwecke nutzbar macht,
konterkariert sie diese Methode mit einer eigenen Strategie und hebt deren
reaktionären Gehalt schliesslich auf. MAK bis 5.5. Krobath Wimmer
bis 4.5. |
 |