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| 14.11.2005 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Projektraum Bucher - Engholm Engelhorn | ||
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Schon auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass
Christian Eisenberger und Ronald Kodritsch bei ihrer gemeinsamen
Ausstellung "Cocoa Puffs" Spaß hatten: Beim Eingang hängen als bunte
Co-Produktionen Fotos von lädierten Tischfußballfiguren (500 €), die
offenbar bis zum Exzess bespielt worden sind. Im Zentrum der Schau steht
aber eine trashige Kartonlandschaft von Eisenberger, die viel zum
Entdecken aufgibt. Da wäre mal eine Höhle, in die der 1978 geborene
Künstler aber niemand hineinblicken lässt. Auf den Wellen der am Boden
verstreuten Zeichnungen, Pappfiguren und Schnipsel reitet ein Boot, das
auf seinem Segel alte Familienfotos trägt und so eine nostalgische
Bedeutung bekommt. Ein Gockelhahn wacht über die erfreuliche Installation.
Eisenbergers skulpturale Welt wird von den Zeichnungen Ronald Kodritschs
flankiert. Wenn sie den Herrenwitz nicht gar zu dick auftragen, bereiten
auch diese schnell hingeworfenen Arbeiten Vergnügen. Zum Lachen bringt
etwa der fröhliche Tiger samt geköpftem Herrchen mit dem Titel "Viva Las
Vegas" oder die kesse "Shemale Vampirello" (je 450 €) mit ihren spitzen
Vorderzähnchen. Vergleichbar mit dem US-Künstler Jason Rhoades arbeiten
sich Eisenberger und Kodritsch durch das "niedere" Inventar der
Konsumgesellschaft, ringen Müll und Populärkultur mal poetische, mal
ironische Facetten ab. Bitte mehr davon! (Bis 18. 11., Praterstr.
13/1/2, Wien 2) Engholm EngelhornDie aktuelle Schau "Alles muss in Flammen stehen" von
Hans Schabus präsentiert so ziemlich jede Idee und Inspiration, die den
Künstler letzten Sommer in Venedig dazu gebracht haben, den
Österreich-Pavillon in einen Berg zu verwandeln. Schabus' umfangreiches
Foto-, Karten-, Plan- und Skizzenmaterial wurde fein säuberlich gerahmt
und wird jetzt feilgeboten. Hinzu kommen Modelle der
Biennale-Konstruktion, darunter auch etliche durch grobe Eingriffe
zerstörte. Schabus hat für sein Projekt "Das letzte Land" umfangreiche
Recherchen betrieben: Die Geschichte der Biennale, der ersten
Weltausstellungen, des Österreich-Pavillons, Architekturgeschichte und
vieles mehr sollte in der Gebirgskonstruktion mitschwingen. Wenn der
Künstler jetzt sein Archiv verkauft, mag das interessanter sein, als bloße
Fotos der Biennale-Arbeit anzubieten. Eine gute Ausstellung ergibt diese
Fülle aber noch lange nicht. Vielleicht hätte der Künstler gleich eine
Edition des beliebten Projekts als Souvenir entwerfen sollen - auf diese
Weise finanziert sich Christo. Oder noch mehr so nette Fotos produzieren
wie jenes, das ihn relaxt auf seinem Kleinboot "Forlorn" vor der
Lagunenstadt zeigt. (Bis 11. 1., Schleifmühlgasse 3A, Wien 4) Nicole
Scheyerer |
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