Salzburger Nachrichten am 13. Juni 2006 - Bereich: Kultur
Ausstellung

Wer als Museumswächter

dort Dienst schieben muss, sollte keine lebhafte Fantasie haben, denn inmitten dieser teils schockierenden Ausstellungsexponate kann einem angst und bang werden. Zart besaitete Kunstfreunde seien vor dieser Sonderschau gewarnt, denn mit HR Giger präsentiert das Kunsthaus zur harmlos-bunten Welt von Hundertwasser als Kontrast einen bunten Vogel, der eine Welt geschaffen hat, die weit in außerirdische Bereiche vorstößt. "Giger in Wien" ist bis 1. Oktober zu sehen.

Der Schweizer

Maler, Skulpteur, Architekt und Designer HR Giger wurde weltweit durch die Entwicklung seines speziellen "biomechanischen Stils" bekannt, vor allem aber durch die Schaffung der "Aliens", die ihm 1980 einen Oscar einbrachten. Der Hollywoodgrusel sollte ihm treu bleiben, auch "Poltergeist I" und "Species" wurden von den Lebensformen Gigers geprägt. In der Ausstellung sind nicht nur Monster und Fabelwesen-Skulpturen zu sehen, auch Zeichnungen und Bilder beschäftigen sich ausgiebig mit dem Unvorstellbaren.

HR Giger,

1940 in Chur geboren, machte erst als Architekt Karriere. Die ersten Gemälde sind, obwohl typisch akribisch gearbeitet, noch unentschieden zwischen fantastischem Realismus und Surrealismus. Airbrush-Bilder strahlen Eleganz und sexuelle Geheimnisse aus. Die Architektur prägte die unheimlichen Schachtbilder, später die N.Y.City-Serie. Die "Passagenbilder" schauen nicht von ungefähr dem Maul eines Müllabfuhrautos ähnlich.

Biomechanoiden

und Aliens wurden ebenso zur Erfolgsgeschichte wie Plattencovers (etwa für Emerson, Lake & Palmer). Auch Möbelentwürfe faszinieren. Gigers Humanoiden und Mutanten, Gewürm in technoider Ausformung und Gebärmaschinen verbinden seltsame Lebewesen und Maschine, Natur und Technik zu Gänsehautkunst.E.P. STROBL Infos: www.kunsthauswien.com