Graz – Kein Wort mehr über parteipolitische Querelen: Der steirische Kulturlandesrat Kurt Flecker (SP) äußerte sich am Donnerstag hochzufrieden über die beiden Geschäftsführern des Landesmuseums Joanneum, dessen Verträge er schließlich doch bis 2012 verlängerte. Zufrieden mit der Bilanz fünf Jahre nach der Ausgliederung in eine GmbH zeigten sich auch Peter Pakesch und Wolfgang Muchitsch.
Zu den fünf neuen Standorten, die in dieser Zeit eröffnet oder wiedereröffnet wurden (darunter das Volkskundemuseum), gehört auch das 2003 fertiggestellte, von der Stadt Graz mitfinanzierte und autonom betriebene Kunsthaus. Es sei aus dem europäischen Kontext nicht mehr wegzudenken, meinte Pakesch, der als Intendant des Joanneums auch Direktor der "blauen Blase" ist. Seit dem massiven Besucherrückgang 2005 (von 118.102 auf 81.017) ist die Zahl konstant: 2007 wurden 77.785 Besucher gezählt.
Insgesamt kam das Universalmuseum im letzten Jahr auf deren 501.699, was einen leichten Anstieg gegenüber 2006 (471.659) bedeutet. Im Kulturhauptstadtjahr hatte man jedoch 652.656 Besucher, im Folgejahr 2004 immerhin noch 576.803. Anzumerken ist außerdem, dass 2007 rund ein Drittel (exakt: 161.409) bloß den Park von Schloss Eggenberg besuchte.
2009 will man einen 800 Quadratmeter großen Zubau zum Lapidarium in Schloss Eggenberg eröffnen – für die Ur- und Frühgeschichte samt den Römerfunden unter dem Begriff "Archäologie". Zudem wird in Stainz die landwirtschaftliche Sammlung neu aufgestellt. Für 2010 ist die Eröffnung des "Bruseums", einer ständigen Schau mit Werken von Günter Brus, geplant. Höhepunkt des Jubiläumsjahres 2011 soll die Eröffnung des "Joanneumsviertels" werden: Zwischen den beiden Gebäuden in der Neutor- und Raubergasse wird – nach Kämpfen um die Finanzierung – ein Neubau in etwas verkleinerter Form errichtet. (trenk, APA / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.1.2008)