Wölfli in der "Blackbox"

Von 29. Oktober bis 20. November dauert der Wölfli-Schwerpunkt im Rahmen von Wien Modern.


Das Gesamprojekt "Kopfwelten. ADOLF WÖLFLI", eine Kooperation zwischen der Adolf-Wölfli-Stiftung Bern, der Sammlung Essl und dem Festival Wien Modern ist der Versuch, eine der waghalsigsten Kopfreisen und Gedankenkonstrukte des 20. Jahrhunderts darzustellen.

Das in der psychiatrischen Anstalt entstandene Riesenwerk von Adolf Wölfli steht im Brennpunkt von "Wien Modern". Aufgeführt werden neuere und ältere Werken von Komponisten, für die Wölfli zu einer wichtigen Inspirationsquelle geworden ist: Wolfgang Rihm, Lucia Ronchetti, Gösta Neuwirth, Georges Aperghis, Georg Friedrich Haas.

Das Projekt bietet zehn Veranstaltungen, die die musikalische Seite des Schweizer Künstlers beleuchten. Zwei dieser Konzerte und Performances finden in der Sammlung Essl statt: "vögelifrei" von "LUX*FLUX" am 31. Oktober (20.00 Uhr, Depot) sowie die Videoperformance "999 - (10hoch95)" von Matthew Ostrowski (electronics) und Beton-C Bainbridge am 21. November (20.00 Uhr, Depot).

In der Sammlung Essl läuft dazu die Ausstellung "Kopfwelten.Adolf Wölfli" mit Originalwerken aus der von Wölfli erschaffenen Kopfwelt, der "Skt. Adolf-Riesen-Schöpfung". Eröffnet wird die Kopfwelten-Reihe im Narrenturm im alten AKH Wien mit dem klanglich-visuellen Projekt "ALLgebrah" von Michaela Grill und Karlheinz Essl, ein Theaterabend im Kasino am Schwarzenbergplatz widmet sich den textlichen Aspekten.

Der Komponist Bernhard Gál wird im Rahmen der Ausstellung in einer "Blackbox" eine Klanginstallation einrichten, die, so Gál, als "Verräumlichung von Wölflis Unterbewusstsein gesehen werden kann". Wölflis sprachliche Transformationen möchte der 1971 geborene Komponist in seine eigene, digital generierte Klangsprache übertragen.

Die Protagonisten des musikalischen Wölfli-Schwerpunkts: Das Ensemble "On Line Vienna" mit einer Wölfli-Kuroper von Georg Friedrich Haas, das RSO Wien mit Wölfli-Liedern von Wolfgang Rihm, Thomas Larcher und Franz Welser-Möst, das Ensemble Kontrapunkte im Musikverein und die "Neuen Vocalsolisten Stuttgart".

Wespennest, Symposion

Die Zeitschrift "Wespennest" widmet dem Schweizer Künstler seine Oktoberausgabe. Und an der Musik-Universität findet am 19. November ein Symposion zu Wölflis Kopfwelten statt.

Link

Das Kopfwelten-Musikprogramm im pdf-Format.

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