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21.09.2006 - Kultur&Medien / Ausstellung
Parmesan statt Würstel
VON ALMUTH SPIEGLER
Jubiläum. "Sotheby's Wien", 25, sucht Gleichaltrige.

Wir werden uns wohl oder übel damit abfinden müssen, dass die international führenden Auktionshäuser Christie's und Sotheby's lieber in Dubai oder Hongkong investieren als ins eher sparsam vergoldete Wienerherz. Immerhin leistet man sich hier aber exquisit besetzte Büros als Anlaufstelle für alle, die ihre Dachböden von vergessenen Schiele-Blättern und Rubens-Gemälden befreien wollen.

Natürlich eine Sensation, passiert Ähnliches tatsächlich: So kam über das Österreich-Büro etwa das bis heute teuerste Altmeistergemälde, Rubens "Bethlehemitischer Kindermord (49,5 Mio. Pfund), unter den Sotheby's Hammer. Ebenso wie der teuerste Schiele, die aus dem Linzer Landesmuseum restituierte "Krumauer Landschaft". Beide Erfolge konnte Andrea Jungmann bereits als Chefin der Wiener Filiale feiern. Vor sechs Jahren folgte die aufs 20. Jahrhundert spezialisierte Kunsthistorikerin (*1965) ihrer Chefin Agnes Husslein nach, die das Büro, das auch Ungarn mitbetreut, 1981 eröffnet hatte.

Verbunden war dieser personelle Wechsel - parallel zum großen Preis-Absprachen-Skandal, der beide Auktionsriesen auch finanziell ordentlich beutelte - auch mit einem Umzug, weg vom Palais Breuner in der Singerstraße hin in die Herrengasse, ins Palais Wilczek, gleich ums Eck von Konkurrent Christie's.

Hier gibt es zwar keinen Platz mehr für Preview-Partys mit Würstchen und kollektivem Senftöpfchen - und wenn schon, dann wird Parmesan gereicht. Aber das Feiern haben Jungmann, ihre drei fixen, zwei freien Mitarbeiter sowie die obligaten Praktikanten trotzdem nicht völlig aufgegeben: Das 25-Jahr-Jubiläum des Büros wird heute bei einem exklusiven Dinner begangen.

Immerhin exportiert das Büro jährlich eine "zweistellige Millionensumme", darf Jungmann nur verraten. Ihr nächstes Ziel dagegen schon, nämlich, "die nächste Generation zum Kunstsammeln zu animieren". Zweimal im Jahr werden die Wiener Kunden, meist im Museumsquartier, auch optisch belohnt: Mit Einblicken in die Londoner "German and Austrian Art"-Auktionen. Als Leiterin eines "Non-Selling"-Büros kann Jungmann den Hammer aber nur bei Charity-Events schwingen. Die einzige Sotheby's-Auktion Österreichs leitete 1989 Husslein, sie war dem Biedermeier gewidmet.

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