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Kunstberichte

Sponsoren unter Druck

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Bank Austria Kulturforum bleibt, wie es ist: Die „Landschaft in der Provence“ von Georges Braque ist in der Novemberausstellung dort zu sehen. Foto: ba

Aufzählung Investitionen in Kunst: "Jetzt erst recht".

Wien. (est) Auch die Kunstsponsoren kommen durch die Finanzkrise unter Druck. "Dass Unternehmen ihre Kunstsponsoring-Aktivitäten in nächster Zeit nicht an die große Glocke hängen werden, vor allem wenn es Kündigungen gibt, ist zu erwarten", sagt Rüdiger Andorfer, Berater bei Brunswick Arts, eine Agentur für Kunstinvestoren.

Anders sieht das der Chef der Deutschen Bank, der nach dem Motto "jetzt erst recht" verfährt. Als Josef Ackermann Anfang Oktober eine Dauerleihgabe von 600 Werken aus der Deutschen Bank-Sammlung an das Frankfurter Städel Museum bekannt gab, war der Deal lange geplant. Ein souveräneres Signal seiner zumindest äußerlichen Unerschütterlichkeit hätte das Kreditinstitut kaum setzen können. "Dass das renommierte Städel Museum dafür die ideale Bühne abgab, kann man als Gegengeschäft verstehen. Materielle werden hier gegen psycholgisch-emotionale Assets getauscht - vielleicht auch deshalb, weil im Moment nur letztere steigende Kurse vorweisen können", kommentiert das Fachmagazin "Artnet".

Inmitten der Finanzkrise und ihren immer größeren Auswirkungen auf Europa lässt sich freilich noch nicht abschätzen, welche Folgen sie auf die privatwirtschaftliche Kunstförderung haben wird. Spenden, Sponsoring-Etats und sogar Stiftungsgelder sind in Gefahr, doch die "jetzt erst recht"-Gegenlogik. macht auch in Österreich bemerkbar. Ein Unternehmen, das trotz der Turbulenzen seine Kulturförderung pflegt, kann einen nachhaltigen Imagegewinn abschöpfen und kommt zudem billiger weg als etwa beim Sport-Sponsoring.

Entsprechend verkünden auch heimische Banken – derzeit – an ihren Kunst-Aktivitäten festzuhalten. Sowohl das Bank Austria Kulturforum als auch die Erste Bank-Kunstsammlung, die jährlich einen Etat von je rund 200.000 Euro verwalten, sehen sich als diesbezüglich "durchgeplant" bis Ende 2009.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

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