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06.12.2001 - Ausstellung
AUSGESTELLT IN WIEN von JOHANNA HOFLEITNER


Klaus Engelhorn 20/22. Mit seinem Design-Room füllt der Neo-Galerist im hiesigen Ausstellungsbetrieb wirklich eine Lücke. Dazu kommt ein mutiges Programm, das den Wienern vorführt, daß Design nicht bei Loos anfängt und beim Bauhaus aufhört. Die Schau "Luce" versammelt um die 150 Lichtobjekte von 1967-1973. Trotz aller Funktionalität sind sie durchaus als Skulpturen anzusehen. Mit Exponaten von Aulenti, Colombo, Castiglioni, Sottsass, Superstudio und anderen Cracks des italienischen Designs gibt die Schau faszinierenden Einblick in eine Zeit, die gerade jetzt wieder ein spannendes Revival erfährt.

Im Projectspace erzählt Dan McCarthy in Regenbogenfarben "vom Lachen und vom Vergessen" größtenteils zu routiniert, in den besten Bildern aber mit großer Kraft (I., Stubenring 20 und 22; bis 21. Dezember bzw. bis 15. Februar).

Raum aktueller Kunst / Schauraum. Ein großes grünes Becken, scheinbar aus Ziegelsteinen, mittendrin ein Bananenbaum. Alles ist einheitlich blattgrün; mit ein paar Schnitten hat es der junge Italiener Giuseppe Gabellone in fünf Elemente vier Mauerstücke und die Pflanze aufgeteilt. Genug der Verfremdung. Mehr braucht es nicht, dieses Objekt des südlichen Alltags jenem Bereich der Ästhetik zuzuführen, wo der Dialog über Kunst und Lebensraum, Realität, Artifizialität, Virtualität einsetzt. Im übrigen fügt sich die Skulptur in den Umraum, als wäre sie schon immer hier gestanden.

Mit der Schau setzt die Galerie den von ihr geführten Diskurs über zeitgemäße Möglichkeiten der Skulptur auf hohem Niveau fort. (II., Praterstraße 13/I/8; bis 15. Dezember).

Galerie Heike Curtze. Mit erstaunlicher Produktivität zeichnet, schreibt, denkt Günter Brus seine Bilddichtungen weiter und weiter. Bemerkenswerter Weise ist trotz der Menge, die da entsteht, nahezu jede einzelne wirklich ein Wurf. Das gilt auch für seinen neuen Zyklus "Das Meer, uferlos ...". Nachtdunkle Fläche und davor bunt gestrichelte Porträts, die sich im Bildgrund verlaufen, symbolisieren die Melancholie, von der hier erzählt wird.

Im Souterrain präsentiert die Galerie erstmals Manfred Schluderbacher. Für eine neue Gruppe Zeichnungen orientiert er sich an organischen Vorlagen, transformiert zu abstrakt-schemenhaften Strukturen. Das führt im Einzelblatt zu poetischen Ergebnissen, die Gesamtserie könnte jedoch durchaus mehr Stringenz vertragen (I., Seilerstätte 15; bis 20. Dezember).



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