Klaus Engelhorn 20/22. Mit seinem Design-Room füllt
der Neo-Galerist im hiesigen Ausstellungsbetrieb wirklich eine Lücke. Dazu
kommt ein mutiges Programm, das den Wienern vorführt, daß Design nicht bei
Loos anfängt und beim Bauhaus aufhört. Die Schau "Luce" versammelt um die
150 Lichtobjekte von 1967-1973. Trotz aller Funktionalität sind sie
durchaus als Skulpturen anzusehen. Mit Exponaten von Aulenti,
Colombo, Castiglioni, Sottsass, Superstudio
und anderen Cracks des italienischen Designs gibt die Schau faszinierenden
Einblick in eine Zeit, die gerade jetzt wieder ein spannendes Revival
erfährt.
Im Projectspace erzählt Dan McCarthy in
Regenbogenfarben "vom Lachen und vom Vergessen" größtenteils zu
routiniert, in den besten Bildern aber mit großer Kraft (I., Stubenring 20
und 22; bis 21. Dezember bzw. bis 15. Februar).
Raum aktueller Kunst / Schauraum. Ein großes grünes Becken,
scheinbar aus Ziegelsteinen, mittendrin ein Bananenbaum. Alles ist
einheitlich blattgrün; mit ein paar Schnitten hat es der junge Italiener
Giuseppe Gabellone in fünf Elemente vier Mauerstücke und die
Pflanze aufgeteilt. Genug der Verfremdung. Mehr braucht es nicht, dieses
Objekt des südlichen Alltags jenem Bereich der Ästhetik zuzuführen, wo der
Dialog über Kunst und Lebensraum, Realität, Artifizialität, Virtualität
einsetzt. Im übrigen fügt sich die Skulptur in den Umraum, als wäre sie
schon immer hier gestanden.
Mit der Schau setzt die Galerie den von ihr geführten
Diskurs über zeitgemäße Möglichkeiten der Skulptur auf hohem Niveau fort.
(II., Praterstraße 13/I/8; bis 15. Dezember).
Galerie Heike Curtze. Mit erstaunlicher Produktivität
zeichnet, schreibt, denkt Günter Brus seine Bilddichtungen weiter
und weiter. Bemerkenswerter Weise ist trotz der Menge, die da entsteht,
nahezu jede einzelne wirklich ein Wurf. Das gilt auch für seinen neuen
Zyklus "Das Meer, uferlos ...". Nachtdunkle Fläche und davor bunt
gestrichelte Porträts, die sich im Bildgrund verlaufen, symbolisieren die
Melancholie, von der hier erzählt wird.
Im Souterrain präsentiert die Galerie erstmals Manfred
Schluderbacher. Für eine neue Gruppe Zeichnungen orientiert er sich an
organischen Vorlagen, transformiert zu abstrakt-schemenhaften Strukturen.
Das führt im Einzelblatt zu poetischen Ergebnissen, die Gesamtserie könnte
jedoch durchaus mehr Stringenz vertragen (I., Seilerstätte 15; bis 20.
Dezember).
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