Das Kunst-Imperium der Lehman-Brothers wackelt
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alt='Ein Portät des Lehman-Brothers-Chefs und passionierten Kunstsammlers Richard Fuld. Foto: reuters '
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Ein Portät des Lehman-Brothers-Chefs und passionierten Kunstsammlers Richard Fuld. Foto: reuters
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Bedeutende Bilder werden versteigert.

Für Museen bleibt der Geldregen aus.
Wien.
(cpe) Als das Traditionshaus Lehman Brothers am 15. September seinen
Bankrott erklären musste, schockierte das nicht nur die Wall Street,
sondern wirbelte auch die Kunstwelt heftig durcheinander: Die marode
Investmentbank hat bisher hunderte Stiftungen unterstützt, für die
jetzt der Spendenfluss versiegen könnte. Umgekehrt warten nimmersatte
Kunsthändler gespannt darauf, was jetzt mit der bedeutenden
Kunstsammlung der Firma Lehman Brothers – und der ihres Chefs passiert.
Wie für viele andere US-Bankhäuser auch, zählte das Sammeln von
Kunst und ambitioniertes Kunst-Sponsoring zum guten Ton der Lehmans. So
ist etwa im New Yorker Metropolitan Museum of Art ein ganzer Flügel mit
3000 Werken nach Robert Lehman, dem Enkel des Firmengründers, benannt.
2003 schluckte Lehman Brothers den berühmten Neuberger-Berman-Bestand,
der laut Experten fast alles umfasst, was in der Kunst des 20.
Jahrhunderts Rang und Namen hat. Hinzu dürfte die Firma in Besitz von
rund 3500 Werken sein, darunter Werke von Mark Rothko, Jasper Johns
oder Jackson Pollock.
Liquide Kunstobjekte
Die besagte Robert-Lehman-Sammlung im Metropolitan Museum of Art ist jedenfalls von der Lehman-Pleite nicht betroffen.
Dagegen sollen 900 Werke der Lehman-Tochter Neuberger Berman zum
Verkauf stehen. Und auch die rund 3500 zeitgenössischen Kunstwerke, die
die Investmentbank bisher in ihren Büros rund um die Welt ausgestellt
hatte, sollen veräußert werden. Unternehmenschef Richard Fuld selbst
lässt 16 Werke seiner Privatsammlung bei Christie‘s versteigern – und
darf dafür auf bis zu 20 Millionen Dollar hoffen.
Lehman Brothers spendete heuer für Kunst 39 Mio. Dollar. Die Liste
derer, die sich über finanzielle Zuwendungen von erfreuen durften,
liest sich wie ein "Who is Who" der Kunstwelt: Sponsorgelder flossen
etwa an das Guggenheim Museum, den Louvre oder die Londoner National
Gallery, aber auch an viele kleine Kultur- und Sozialprojekte.
Mittwoch, 15. Oktober 2008
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