



Hans Arp, Holzschnittblatt und gedruckter Titel "dada" auf Zeitungspapier (1919) aus der Sammlung von Annette und Peter Nobel ist imMuseum der Moderne in Salzburg zu sehen.
Salzburg - Auf dem Nährboden einer zunehmend digitalisierten Welt keimen nicht nur die Vorzüge einer schnelleren und einfacheren Kommunikation, sondern auch deren Schattenseiten wie Manipulation und Verführung. So schossen Künstler aus den verschiedensten Richtungen ihre Giftpfeile auf die Gesellschaft ab, in dem sie sich die Medien zunutze machten, um vor deren Macht zu warnen, wenngleich sich in manchen Arbeiten auch Bewunderung vor der Einflusskraft des gedruckten Wortes entfachte. Die Palette der Techniken kannte dabei ebenso kaum Grenzen wie die Liste der Themen und Gründe der Auseinandersetzung. Kubisten beschäftigten sich ebenso mit Press Art wie Dadaisten, Pop-Art-Künstler oder Vertreter der Berliner und Pariser Avantgarde sowie des Nouveau Réalisme und der Arte Povera.
Aus mehr als 800 Arbeiten der Sammlung Peter Nobels ist im Museum der Moderne eine Auswahl von 340 Werken erstmals in Österreich ausgestellt. "Genauso wie die Kunstgeschichte nicht immer linear verläuft, ist auch diese Ausstellung nicht strikt chronologisch geordnet" , erläutert Gastkurator Christoph Doswald das Konzept. Dem Betrachter öffnen sich in der Tat ungewöhnliche Einsichten in bekannte Themen und Thesen. Die Arbeiten oszillieren zwischen Vergangenheit und Zukunft, von Giacomettis Zeichnung der Pariser Kaffeehauskultur bis zur zeitgenössischen russischen Kunst, die sich mit der Frustration einer ganzen Generation und der medialen Manipulation beschäftigt. Sehgewohnheiten werden aus dem Gleichgewicht gebracht.
Einen wichtigen Part der Weltgeschichte bearbeitet Kurt Schwitters in seiner Collage über Hitlers Wahlkampf in den 1930ern. Ähnlichkeiten zu Silvio Berlusconi fallen auf: An die Macht kommt und an der Macht bleibt, wer die Medien beherrscht.
In Das Schweigen der Schrift durchlöchert Günther Uecker eine Zeitung mit Nägeln und macht den Inhalt dadurch unleserlich. Christo verpackte in den 1960ern eine Zeitschrift mit dem Titelfoto Fidel Castros. Und Warhols Siebdruck Marilyn aus dem Jahr 1967 - aus der Vorlage eines Pressefotos - zeigt, wie der Umgang mit Massenmedien zur eigenen Kunstgattung erhoben wurde.
Press Art liefert viele kleine Geschichten über Menschen, thematisiert Lifestyle, Konsum und die Frau als Vermarktungssymbol. Zeigt Kunst, die im weitesten Sinn mit dem gedruckten Wort und dem gedruckten Bild in Zusammenhang steht; die das jeden Tag erneuerbare Konsumgut Zeitung zum teuren Einzelstück macht und dunkelste Kapitel unserer jüngsten Vergangenheit wie Abu Ghraib vorm Vergessen schützt. In der hochkarätig bestückten Schau trifft Konzeptkunst auf Pop-Art, Joseph Beuys' soziale Plastik auf fotoskulpturale Kunst. Viele Schnittstellen und Verknüpfungen entstehen und legen den Einfluss der gedruckten Massenmedien auf unsere Gesellschaft offen. (Christian Weingartner, DER STANDARD/Printausgabe, 03./04.07.2010)
Hinweis:
Wer nicht nach Salzburg kommt: Im Verlag Stämpfli ist eine 400 Seiten
umfassende Dokumentation mit 400 Abbildungen erschienen. Bis 24.10.
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zum Jahr 2012 soll die Tate Modern um fast zwei Drittel mehr Platz -
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Seit
Montag Vormittag dient das 20er Haus als "Museum of Revolution", eine
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In atmosphärischen Endlosschleifen und präzisen Installationen geht Nadim Vardag den Medien Film und Kino auf den Grund
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