Zobernig macht's wieder gut

Eine Hochschau-
bahnfahrt mit Lichtgeschwindigkeit gestaltet Heimo Zobernig für die Lichtkunstreihe der Zürich Kosmos.


Als mittlerweile fünftes Projekt in der multimedialen Ausstellungsserie "zürich kosmos laser art" ist bis zum 30. Juni Heimo Zobernigs Video- und Laserprojekt "Nr. 20" im Laser Art-Container neben dem Burgtheater und, nach Einbruch der Dämmerung, auf einer Projektionsleinwand auf dem Dach des Gebäudes der sponsernden Versicherung zu sehen. Eine rasante, farblich intensivierte Video-Fahrt auf einer Prater-Hochschaubahn interpretiert Zobernig durch gleichzeitig auf die Leinwand auftreffende Laser-Projektionen neu.


Zweifache Abstraktion

Zobernig lässt den Laser immer wiederkehrend einen kunsttheoretischen Text auf die Leinwand schreiben. Dieser beschäftigt sich mit Themen wie Abstraktion und Alternation. Parallel malt ein Laser von einem Punkt ausgehend und auf diesem wieder endend, abstrakte Schlingen und Schleifen in großer Geschwindigkeit. Die Schleifen hinterlassen ein Abbild, das "als Metapher für abstrakte und gestische Malerei" steht. Nach einigen Minuten endet die Hochschaubahn-Filmsequenz, die restliche Zeit des 20-Minuten-Loops ergeben die Laser-Schlingen ein abstraktes Bild. Form und Farbe entstehen mit Hilfe des Zufallsprinzips.

Zweifache Irritation

"Die Irritation dieser Arbeit liegt in der Konzentration des Gezeigten", meinte Kuratorin Barbara Steffen in den Presseunterlagen. Das Visuelle (die Fahrt mit der Hochschaubahn sowie der in rascher Abfolge über die Leinwand laufende Text, der "gelesen sein will, jedoch eine Gleichzeitigkeit von Sehen und Lesen fast nicht zulässt") und das "Audielle" ("die lauten Rufe der Fahrenden und die Hintergrundgeräusche") bestimmen die Installation.

Zobernig, 1958 in Mauthen/Kärnten geboren, lebt und arbeitet in Wien und war unter anderem im vergangenen Jahr in der internationalen Schau bei der Biennale in Venedig mit Arbeiten vertreten. Dieses Jahr folgt eine Einzelausstellung im Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig.

Laser Art im Rückblick:
Sarah Morris
Kiki Serror

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