Viel Hilfe mit dem „Tor zur Herberge“
Minimal Art. Mit einfachen künstlerischen Mitteln Aussagen zu treffen, will „Minimal Art“. Volker Uiberreithers Konzept ist aufgegangen.
Bernhard Strobl salzburg (SN). Besuchern des Max-Reinhardt-Platzes ist im Advent des Jahres 1995 ein freistehendes Tor aus Nirostastahl aufgefallen. Das Tor war nächtens hell beleuchtet und lud zum Durchschreiten ein. Doch kaum näherte sich ihm ein Mensch, erloschen die Lichter.
Der Salzburger Grafiker, Maler und Designer Volker Uiberreither hat damit ein sprechendes Zeichen für die Herbergsuche gegeben, die im nahen Festspielhaus beim Adventsingen zelebriert worden war. Das „Tor der Herberge“ wurde inzwischen in 14 verschiedenen Orten des Landes Salzburg und auch in Innsbruck aufgestellt. Parallel dazu gestaltete Uiberreither Grußkarten aus der Ausstellergemeinde und bot sie zum Verkauf an.
Knapp 150.000 Euro sind in dieser Aktion eingegangen. Der Künstler hat sie zur Gänze der Aktion „Licht ins Dunkel“ des ORF weitergeleitet. Seit letztem Jahr steht das „Tor der Herberge“ in Uiberreithers Garten. Am 1. Adventsonntag wird dort wieder zum Punsch und zur Spendenaktion für Behinderte geladen.
„Ich bin in Bruck im Pinzgau aufgewachsen und war dort bei den Pfadfindern“, erzählt der langjährige Vorsitzende der Berufsvereinigung Bildender Künstler in Salzburg. Als zehnjähriger Bub sei er mit behinderten Kindern des Caritas-Kinderdorfs St. Anton in Berührung gekommen. „Ich bin dankbar für meine Gesundheit und sehe, dass geholfen werden muss.“
„Minimal Art“ ist der Ausdruck für solch künstlerische Arbeit mit einfachsten Mitteln. Auch die von Uiberreither gestaltete Goldene Kuh vor dem Gebäude der Salzburger Sparkasse war ein derartiges Zeichen. 30.000 Euro gingen da für die ORF-Hilfsaktion ein, zusätzlich 5000 Euro in Zell am See für ein Unfallopfer. Eine Uiberreither-Aktion zugunsten der Schmetterlingskinder scheiterte am Einspruch des Fachbeirats „Kunst im öffentlichen Raum“ der Stadt Salzburg. Entlang der Neutorstraße sollte eine Galerie entstehen. Die Kaufmannschaft wollte als Sponsor auftreten. Doch die „Experten“ lehnten diese zeitlich begrenzte Galerie mit 50 bis 75 Kunstwerken in Rahmen von je 180 mal 180 cm ab. „Dabei wurde das mit Kindern der Volksschule Aigen geschaffene erste Bild bestens angenommen“, klagt der Initiator. Mit Putin in Bruderschaft Mit der Hilfsbereitschaft zu prahlen, ist nicht Sache des bekannten Malers und Grafikers. So geschieht viel im Stillen.
„Ich bin eines von 20.000 Mitgliedern der Bruderschaft St. Christoph“, erzählt er, „mit der Mitgliedsnummer 165“. Adi Werner vom Hospiz St. Christoph am Arlberg hat diese auf 680 Jahre zurückgehende Bruderschaft vor 43 Jahren wieder belebt und seinen Jugendfreund zum Mitmachen eingeladen. Die Mitgliederliste weist viele berühmte Namen auf: Russlands Ministerpräsidenten Wladimir Putin, die englische Königin Elisabeth, Mitglieder anderer Herrschaftshäuser und andere mehr.
Als Kurator überprüft Uiberreither von der Bruderschaft unterstützte Salzburger Notfälle. „Die hab ich als Dank für die langjährige Mitgliedschaft erhalten“, sagt der Umtriebige, kramt im Hosensack und zeigt dem Besucher die „Goldene Ehrennadel mit Brillianten“.




















