Die Staatsschulden als Kunsträtsel
SALZBURG (SN-pac). Die Zahl, die Charlotte Wiesmann in der Galerie im Traklhaus an die Wand geschrieben hat, ist unmöglich zu entziffern. Aus Keramik hat die Künstlerin ein endlos langes Wort geformt und die Buchstaben ineinander geschoben. Wahrscheinlich ist es auch besser so. Wäre sie lesbar, würde die Zahl auf dem Werk „In Worten“ den Schuldenstand Österreichs vor Augen führen – jenen des Jahres 2009. Für Wiesmann zahlt sich die Mühe vielleicht aus: Sie gehört zu den 15 Anwärtern auf den Keramikpreis des Landes Salzburg, deren Arbeiten im Traklhaus aktuell zu sehen sind. Mit 6000 Euro ist der alle drei Jahre vergebene Hauptpreis heuer dotiert. Manche der teilnehmenden Künstler waren schon in der Ausstellung zur ersten Preisvergabe 1993 vertreten. Da es mittlerweile an vielen Hochschulen keine Keramik-Klassen mehr gebe, gehe der Trend zu gemischten Materialien bis hin zur Kombination von Keramik und Video, sagt Galerienleiterin Dietgard Grimmer. Auch Spiele mit der Tradition sind erlaubt: Ingrid Stanzer formt aus Keramik alpine Jagdtrophäen wie das Geweih eines „Strickbocks“ inklusive handgestrickter Krickerlschoner. (bis 12. 6.)
