Christian
Strasser, ehemaliger Manager des Linzer Kulturzentrums Posthofs und
derzeit oberster Gebäude- und Immobilien-Manager der Stadt Linz, wird
neuer Chef des Wiener Museumsquartiers (MQ). Diese Personalentscheidung
gaben Kulturministerin Claudia Schmied und Wiens Kulturstadtrat Andreas
Mailath-Pokorny (beide SPÖ) am Mittwoch bekannt. Der 49-jährige Jurist
wird ab 1. Oktober Nachfolger des als Staatssekretär in die
Bundesregierung gewechselten Langzeit-Geschäftsführers Wolfgang
Waldner. Er nannte die stärkere Positionierung des Museumsquartiers als
"Kunstschaffensraum" als vordinglichste Aufgabe der zweiten Dekade des
Areals, das heuer seinen zehnten Geburtstag feiert.
Er wolle
"die Erfolgsgeschichte Museumsquartier fortsetzen", sagte Strasser.
Dabei sehe er sich "als Dienstleister, bei dem Kreativität einfließen
wird" und der die auf dem Areal ansässigen Institutionen bestmöglich
unterstützen möchte. Strasser denkt an Nutzung von Synergien, Schaffung
von gemeinsamen Programm-Schwerpunkten, größeres Betonen des
Vermittlungsaspekts, stärkere Einbeziehung der Gastronomie in die
Kunstprojekte sowie Schaffung eines kleinen, "ergänzenden"
Kulturangebots.
Marke quartier21 stärken
Für die Betonung des "Schaffensraums Museumsquartier", der ebenso wichtig sei wie der Lebensraum und der Kulturraum, soll die Marke quartier21 gestärkt und ausgebaut werden. Dieses "dynamische, bunte, florierende Kulturbiotop", das der zeitgenössischen Kunstproduktion gewidmet sei, verdiene mehr Aufmerksamkeit. Ein weiteres Ziel sei es, "die Abgeschlossenheit des Museumsquartiers nach außen zu öffnen".
Dabei sollten Gespräche mit den Architekten Ortner & Ortner
mittelfristig Möglichkeiten aufzeigen, "mit geringen Mitteln"
Signalwirkung nach außen zu erzielen. Eine in den vergangenen Jahren
immer wieder aufgeflammte Diskussion erklärte Kulturstadtrat Andreas
Mailath-Pokorny dagegen für vorläufig beendet: "Eine Übersiedlung der
Kunsthalle Wien ist derzeit nicht vorgesehen."
Vertrag für fünf Jahre
"Uns schien es wichtig, in die neue Dekade mit einem Blick von außen
zu gehen", begründete Schmied den "Neustart" mit dem "erfahrenen und
weltoffenen Immobilien- und Kulturmanager", dessen Qualifikationen "in
nahezu idealtypischer Weise" den Anforderungen dieses Postens
entsprächen. Mailath-Pokorny zeigte sich u.a. darüber erfreut, dass
"jemand aus den Bundesländern" diesen Job auf dem Wiener Kultur-Parkett
übernehmen werde.
Seine Aufsichtsrat-Funktionen in Burgtheater,
Staatsoper, Volksoper, der Theaterservice GmbH und der Vereinigten
Bühnen Wien will Strasser weiter ausüben, die Funktion des Obmanns des
Wiener Theatervereins, als der er Eigentümervertreter in
Kultureinrichtungen wie dem Brut oder dem Dschungel Wien sei, werde er
aus Unvereinbarkeitsgründen zurücklegen, kündigte Strasser an. Sein
Vertrag im Museumsquartier ist auf fünf Jahre abgeschlossen.
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