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Kunstberichte

Wahre Kunstsammler immer noch rar

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Von AnalyseBrigitte Borchhardt-Birbaumer

Aufzählung Ein Fazit von der Kunstmesse "Viennafair".

Wien. Am Sonntag ging die zweite Wiener Kunstmesse mit Erfolgsmeldungen zu Ende: Der Andrang war groß, Prominente und Sammler waren da, die Galerien und Eingeladenen aus dem südosteuropäischen Raum zufrieden.

Der Ankauf der Museen wurde groß gepriesen und die Sponsorentätigkeit von Stadt Wien, Bund und Unternehmen gelobt. 17 Prozent mehr Besucher sind für die Veranstalter Zeichen, dass die Kunstmesse angenommen wird und die Qualität stimmt.

Der Osten Europas war – gemäß der Tradition der Stadt und der Zukunft der EU – wichtiger Bestandteil und wurde mit dem Galerienpreis, der an eine junge Warschauer Kritik ging, hervorgehoben.

Unglaublich beinahe, dass neben Kulturpolitikern wie Staatssekretär Franz Morak auch Alfred Gusenbauer den Weg zur Preview ins Messezentrum fand. Vielleicht handelt es sich ja um den Versuch, seine Partei wieder mit der Gegenwartskunst zu versöhnen.

Vielleicht war die Solidarität mit der Hetzkampagne gegen die 25Peaces zu Beginn der EU-Präsidentschaft doch nicht so opportun?

Interessant wäre, ob es in naher Zukunft einer Regierung endlich gelingt, Kunstankäufe als Steuerabschreibungen durchzusetzen. Dann wären nicht nur weniger Subventionen nötig, die ganze Kunstförderung könnte ein neues Gesicht bekommen.

Vielleicht würde sich sogar die Kunst ändern. Doch damit hat sich schon Hannes Androsch nicht durchgesetzt.

Liest man die Erfolgsmeldungen, muss sofort die Frage gestellt werden, ob es nicht immer nur die großen Namen sind, die gebucht werden? Natürlich wird ein Museum kaum Unbekannte aus dem Süd-Osten ankaufen. Was eigentlich schade ist, denn jetzt ist diese Kunst noch günstig zu haben. Haben die von dort eingeladenen Galerien also wirklich gut verkauft?

Das wage ich zu bezweifeln und auch bei ihren Wiener Kollegen sah man nicht nur freudige Gesichter. Manche waren sogar auf die Aufmerksamkeit der Neuen aus dem Osten neidisch.

An der Spitze der Verkaufslisten standen mit Norbert Bisky, Alois Mosbacher, Herbert Brandl, Peter Kogler oder Valie Export jedenfalls nur bekannte Namen – man könnte Thomas Stimm, Katharina Grosse, Sonja Gangl oder Carola Dertnig gleich danach als größere Überraschungen nennen. Junge Kunst ist offenbar, auch bei geringeren Preisen, immer noch schwer zu verkaufen.

Noch mehr, wenn die Namen noch nicht am internationalen Markt vorkamen. Wie bei Aktien wird da lieber mit Sicherheit agiert. Mit Risiko Jahrzehnte vorausdenken will fast keiner. Fazit: Die wahren Kunstsammler sind in Österreich immer noch rar.

Mittwoch, 12. April 2006


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