Kraftakt im Dienst der Kunst
Schwerarbeit. Vor der Ausstellung „Am Ufer der Zeit“ legten sich Künstler Martin Rasp und Galerist Michael Karrer im Weihergut gemeinsam ins Zeug. Fünf Tage vor der Vernissage, die am Donnerstag stattfand, war lang nicht alles fix.
IRIS MElcher ALTSTADT. Der Galerist greift zum Besen. „Was mach’ ma mit dem Schmutz, den es abwirft?“, erkundigt sich Michael Karrer bei Martin Rasp. „Der muss weg“, sagt der Berchtesgadener Objektkünstler, der zum vierten Mal eine Einzelausstellung in der Galerie Weihergut präsentiert. Am Sonntag herrschte in der Biberngasse 31 Arbeits- statt Prosecco-Atmosphäre. Rasp, Förderungspreisträger des Landes Salzburg, arbeitet mit Material aus der Natur, etwa vom Ufer des Tagliamento in Norditalien. Holz, Treibgut, Steine. Ein halber Schiffsrumpf lehnt rechts an der Wand im Weihergut. „Das große ,Trumm’ will ich raushaben“, erklärt der 70-Jährige. Zu viel Gewicht, befindet der Künstler. Gemeinsam mit dem Galeristen hievt er das Stück in den Vorraum. Sofort holt Rasp zwei Holz-Figuren, die an die freie Stelle kommen.
Einen fixen Plan hat er für die 180 Quadratmeter im ersten Stock nicht, aber „Spielmaterial“. Das sei das Spannendste, wenn sich auf diese Weise etwas entwickle. Das Schiffsfragment wird wieder hereingeschleppt und ankert nun auf dem Boden. „Jetzt ist mir das schon lieber, den wichtigsten Schritt haben wir geschafft“, sagt Rasp nach dem Kraftakt. Vor der Eröffnung folgte noch der Feinschliff: Titel und Preise der Objekte. Die Werkschau ist bis 1. Juni geöffnet.


















