Kunst aus dem Koffer
Monumental. Christian Kern fügt Blätter zu Faltbildern bis zum Cinemascope-Format. Zu sehen sind die Werke im offenen Atelier „Maleria“ in Salzburg.
Sylvia Wörgetter SALZBURG (SN). Christian Kern ist ein Reisender und Suchender: Der Maler lebt in Brasilien, arbeitet aber nahezu überall auf der Welt, in Italien, zum Beispiel, oder in Afrika. Und deshalb kommt bei ihm die Kunst aus dem Koffer – sogar großformatig. Das ist möglich, weil viele seiner Kreationen Faltbilder sind – aneinander oder auf Leinwand montierte Blätter, die jedes für sich ebenso eindringlich wirken wie zum Cinemascope-Format entfaltet.
„Das sind Bilder auch für den zweiten und dritten Blick“, sagt der Salzburger Maler Gerd Gratschmaier und schwärmt von Kerns „endloser Kreativität“. Deshalb hat er ihn zu einer großen Einzelausstellung nach Salzburg geholt.
An der Linzer Bundesstra-ße, gegenüber dem Gasthof „Sieben Schwaben“, betreibt Gratschmaier seit wenigen Monaten gemeinsam mit dem Maler Johann Schütz die „Maleria“. In einer ehemaligen Schlecker-Filiale ist ein „offenes Atelier“ entstanden. Eines, in dem man Schütz und Gratschmaier an normalen Tagen beim Arbeiten zuschauen kann. Seit Mittwoch ist es allerdings ausschließlich Kern gewidmet. Den Raum dominiert ein monumentales Faltbild, an den Wänden hängen Einzel- oder Faltbilder in intensiven Farbtönen und Schwarz-Weiß-Schattierungen. Immer wieder tauchen archaische Symbole auf oder Schriftzüge. „Ich schreibe in Bildern“, meint Kern dazu.
Er präsentiert seine Werke täglich von 16.00 bis 20.00 Uhr in der „Maleria“ – bis zum 5. August. Dann packt er wieder seine Kunst in den Koffer und kehrt zurück in die Wahlheimat Brasilien.
Die „Maleria“ ist dann bereit für neue Projekte. Man sei offen für alles, sagt Gratschmaier. So könne er sich vorstellen, eine Zeit lang einen „Artist in Residence“ zu beherbergen oder den Raum „bespielen“ zu lassen, sagt Gratschmaier. Oder aber die eigenen Werke und jene von Partner Johann Schütz auszustellen. www.maleria.at


















