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vom 27.09.2007 - Seite 022
Projektionen mit Pfiff

Zu einer spannenden Reise durch die Geschichte der Projektion in der Kunst lädt bis 13. Jänner 2008 die jüngste Ausstellung im Lentos Linz. Der Bogen spannt sich vom Dia bis zur digitalen Datenprojektion.

Von Dietlind Hebestreit

Klack, klack, klack. Ein Dia nach dem anderen schnappt sich der Karussellprojektor, wirft Bilder von verschachtelten Glaskuben an die Wand, im Zentrum diffus zu erkennen:

der Fotograf. Die bereits in den 60ern konzipierte und erst 2005 endgültig umgesetzte Arbeit von Dan Graham zeigt, dass auch alte Ansätze heute noch greifen. Wie auch bei den anderen Arbeiten im Lentos wirkt nicht nur das Abbild, sondern auch die Technik dahinter. "Ohne Maschine, ohne Strom geht nichts", sagt die Schweizer Kuratorin Susanne Neubauer.

Das Künstlerduo Peter Fischli und David Weiss wählt eine einfache Variante: Ein sich auf einer Plattform drehender, durchleuchteter Plastikbecher zaubert wunderbare Muster und Schlieren an die Wand. Ryan Ganders Doppelprojektion verweist auf die traditionelle Verwendung des Diavortrags, begnügt sich aber mit inhaltsleeren Bildausschnitten.

Skurril die Arbeit von Cornelia Parker, die für ihr Werk Staub und Partikel aus Sigmund Freuds berühmter Couch zwischen zwei Diagläser gepackt hat. Der Projektor speit die Schattenrisse der Fundstücke aus, sofort springt die Fantasie an. Sind's Kleiderfasern, Hautschuppen, die Locke einer hübschen Dame oder gar Schamhaare? Auch Valie Export spielt mit Sinnlichem, nimmt eine behaarte Männerbrust als Projektionsfläche.

Bei Beat Streuli fließen riesig vergrößerte Bilder ineinander, zeigen New Yorker Straßenszenen, die farblich aber ein wenig absaufen, weil der Raum nicht völlig abgedunkelt ist.

Bei Paul Chans digitaler Animationsprojektion schweben Fahrzeuge und andere Gegenstände gen Himmel. In die andere Richtung stürzen und springen Menschen in die Tiefe - rufen die Terroranschläge vom 11. September 2001 ins Gedächtnis. Lyrisch und berührend zugleich!

Stichwort

Licht-Bilder

Zwölf maßgebliche Werke von zehn Künstlern aus 40 Jahren vermitteln im Lentos Kunstmuseum Linz die historische Entwicklung im Bereich Projektion und repräsentieren das breite Spektrum an Möglichkeiten. Der Begriff Projektion bezeichnet die Technik des klassischen Bildwurfs genauso wie "Bilder der Vorstellung".

Info: www.lentos.at

Projektoren auf Böcken bei Imi Knoebel (links) und Bilder am Boden von Paul Chan Fotos: Mascheks


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