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Hält sie, oder hält sie nicht. Mächtig ragt die steile
Betonwand auf, gesteht auch dem erhobenen Blick nur einen schmalen
Streifen Himmel zu, zieht den Betrachter magisch an und wirft ihn mit
gewaltiger Wucht auf die eigene, im Vergleich verschwindend kleine Masse
zurück - der Staudamm. Ein Kräftemessen der Gewalten, für den Laien
rational meist nicht zu fassen. Distanziert hält Spiluttinis Kamera die
grauen Wälle fest. Streng, bis ins kleinste Detail scharf. Ihr
Bildausschnitt lenkt das Auge auf Spannungspunkte - die Verzahnung des
Dammes mit der Felswand, eine beinahe amorphe Schwingung der Wandführung,
den sonnig einladenden Pfad am schmalen Rand zwischen Abgrund und Untiefe.
Doch nicht nur Staudämmen ist das Werk der
österreichischen Photographin Margherita Spiluttini gewidmet, sondern der
vom Menschen manipulierten, baulich veränderten Landschaft. Wagemutige
Brückenkonstruktionen, abenteuerlich an den Berghang geschmiegte
Autobahnen, zerklüftete Steinbrüche findet man in Farbe oder Schwarzweiß
präzise festgehalten. Eine Auswahl dieser Photographien ist derzeit im
Wiener Technischen Museum zu sehen.
Bis zum Ende der Schau am 22. September wird
zusätzlich bei freiem Eintritt ein ausgewähltes Begleitprogramm angeboten.
Am 25. April diskutieren unter anderen die Photographin selbst, der
Architekturtheoretiker Friedrich Achleitner und der Kulturhistoriker
Wolfgang Kos über Architektur und Landschaft. Am 20. Juni folgt ein
Vortrag von Rolf Sachsse, Phototheoretiker aus Bonn. Im September geht es
dann um das Thema Steinbruch (es liest am 9. Ilse Aichinger), und am 19.
macht eine Klanginstallation von Katharina Klement Beton auch
akustisch erlebbar.
© Die Presse | Wien
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