Bregenz (VN-cd) Finnische Kunst wird im Allgemeinen mit
bestimmten Erwartungen verbunden. Werden sie durchbrochen, ist das
einigermaßen überraschend, werden sie bestätigt, kann man meist
darauf zählen, dass das Gebotene zumindest von hoher Qualität ist.
Für jene Ausstellung, die gestern Abend im Landhaus in Bregenz
eröffnet wurde, gilt die zweite Version.
Das Vorarlberger Landesmuseum präsentiert an diesem - vom
Publikum ohnehin stärker frequentierten Ort - Werke aus der Sammlung
Jenny und Antti Wihuri.
" Nordische Landschaft" lautet der Titel und er findet auch bei
Skulpturen Entsprechung, die man nicht gleich mit Landschaften in
Verbindung bringen würde. Aber wenn etwa der Bildhauer Markku
Hirvelä einen Luchs schafft, hat dieser einen dunklen, langgezogenen
Schatten. Im Land, in dem die Sonne öfter tief steht, ist das
Phänomen allgegenwärtig wie der Tod, den das Tier an sich
symbolisieren soll. Hannele Kylänpää hingegen schafft
Tierskulpturen, bei denen die Nähe zur Natur augenscheinlich wird.
Vielfalt und Ästhetik
Die Malerei der Finnen, seien es die düsteren Wahrnehmungsspiele
von Susanne Gottberg, die sublimen Abstraktionen von Carolus Enckell
oder die bunten Dramen von Mirja Airas präsentiert sich als in den
europäischen Kontext eingebunden. Es wirkt einiges vielleicht nicht
besonders aktuell. Die meisten Arbeiten stammen aus den
Neunzigerjahren. Die Zusammenstellung der Arbeiten von rund 30
Künstlern bietet jedoch Vielfalt, hat einen hohen ästhetischen Reiz
und ist auch daher unbedingt eine Begegnung wert.