| Ein konsequenter Erforscher | |
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"Es war mir immer ein Grundbedürfnis, mit niemandem verhabert zu
sein. Auch wenn mir das den Status des Außenseiters eingetragen hat", sagt
Adolf Krischanitz. |
Adolf Krischanitz, 1945 in Schwarzach im
Pongau geboren, studierte von 1965-72 Architektur an der Technischen
Universität Wien. 1970 gründete er die Arbeitsgemeinschaft "Missing Link"
mit Angela Hareiter (bis 1974) und Otto Kapfinger. Mit Kapfinger organisierte er 1980 die Ausstellung "Austrian New Wave"
in New York und realisierte mit ihm seit diesem Zeitpunkt bis 1984 diverse
Projekte und Bauten. Funktionen und Projekte 1982 wurde Krischanitz Vorsitzender der Österreichischen Gesellschaft
für Architektur. Von 1986-88 war er Mitglied des Gestaltungsbeirats
Salzburg. Im Zeitraum 1988-89 lehrte er als Gastprofessor an der
Technischen Universität München. Von 1991-95 war Krischanitz Präsident der
Wiener Secession. Seit 1992 ist er Professor für Entwerfen und
Stadterneuerung an der Hochschule der bildenden Künste Berlin. 1991 und
1996 nahm er an der Architektur-Biennale in Venedig teil. "Gesichtsfeld erweitert" Wien hält der erfolgreiche Architekt für einen guten Nährboden, für ein
Reservat an Talenten. Allerdings seien die Auftragsmöglichkeiten hier sehr
eingeschränkt. "Ich lehre nun seit mehr als acht Jahren in Berlin. In Wien
habe ich nie eine Professur angestrebt. Es ist wichtig, sein Gesichtsfeld
zu erweitern. Denn mich hat immer schon interessiert, wie baut man in
Europa", erzählt Krischanitz, der ob seiner Unabhängigkeit von manchen als
schwierig und unnahbar eingestuft wird. Vielfältige Projekte Über Auftragsmangel kann der Wiener Stararchitekt, der in Österreich
zahlreiche Projekte realisiert hat,
nicht klagen. So arbeitet er derzeit u.a. an einer inneren und äußeren
Umgestaltung der Zürcher Nobelhotels "Baur au Lac" und "Baur au ville". Zu
seinen weiteren Projekten zählen ein Wohnbau in Wien-Kagran, ein Büro-Bau
sowie die ASFINAG-Verkehrszähl-Zentrale sowie das Tauernbahn-Museum. RadioCafe-Sessel
Seine Vielfältigkeit umfasst auch Design: So kreierte Krischanitz zu
seiner Um- und Neugestaltung des RadioKulturhauses
auch eigens einen Sessel. "Ich habe immer gerne auch ein passendes Möbel
zum jeweiligen Bau entworfen", erinnert sich Krischanitz an sein Zeit in
der Secession. Denn oft
würden die besten Designer-Möbel in einem bestimmten Raum zur Karikatur.
Die Nachfrage nach dem RadioCafe-Sessel sei größer denn je. Er sei nun auf
der Suche nach einem Produzenten, da die der ursprüngliche Hersteller
nicht mehr existiere, so Krischanitz. Konsequente Entwicklung Die Architektur von Adolf Krischanitz zeichnet sich durch eine
konsequent forschende Entwicklung anhand von "Themen" aus. Sie reicht von
den experimentellen Zeichnungen und Performances in der Gruppe "Missing
Link" über die analytischen Projekte mit Otto Kapfinger bis zu seinen
konkreten Bauten ab den 80er Jahren, die eine kritisch-künstlerische
Befragung der Wirklichkeit sind. Von der Mitte der 80er Jahre bis zur Mitte der 90er Jahre arbeitete
Krischanitz mit dem konstruktivistischen Künstler Oskar Putz zusammen, um
die Stimmung und Wirkung von Oberflächen, Farben und deren Grenzen der
Abstraktion zu erproben. Krischanitz will "vorwärts zurück", zum reinen
Raum, zur absoluten Reduktion. Allerdings nicht minimalistisch, sondern
aufgeladen durch die Kraft des Materials und seiner Elemente. Erster Wagner-Städtebaupreis-Träger Im Jahr 1991 erhielt Krischanitz den Preis der Stadt Wien für
Architektur. 1995 wurde er als Erster mit dem "Otto-Wagner-Städtebaupreis"
für sein neuartiges Besiedelungskonzept der "Donau-City"
ausgezeichnet. | ||||