01.08.2003 13:50
Groteske um Gelatin
Prominente
protestieren + Nachlese - Foto
Salzburg - Im Internet formiert sich eine Plattform, die sich
für die Gelatin-Skulptur eines Pissenden einsetzt: "Der Arc de Triomphe muss am
Max-Reinhardt-Platz wieder für alle zu sehen sein, und wir protestieren gegen
das Vorgehen jedweder Dampfplauderer." Der Aufruf wurde bisher u. a. von Georg
Springer, Thaddaeus Ropac, Silvia Steinek, Heike Curtze, Erwin Wurm und Dietmar
Pflegerl gezeichnet.
Die Salzburger Stadtpolitiker sind unterdessen nach
wie vor in Rage. Am Mittwoch forderten Bürgermeister Heinz Schaden (SP) und sein
Vize Karl Gollegger (VP) den Kopf von Agnes Husslein, der Direktorin des
Rupertinums, weil sich diese erdreistet hatte, die Klage, die sie gegen die
Stadt hatte einbringen lassen, nicht zurückzuziehen.
Das Museum ist
allerdings eine Einrichtung des Landes. Und dessen Hauptmann Franz Schausberger
(VP) sieht bisweilen keinen Grund, die Direktorin abzusetzen. Wiewohl auch er
den Abtransport der Skulptur verlangt.
Husslein hat dies zugesagt. Die
Klage werde aber nur dann zurückgezogen, wenn auch die Stadt von einer Anrufung
der Gerichte absieht. Die Anwälte würden, sagte sie, an einem Agreement
arbeiten. Das Rupertinum könne die Skulptur jedoch erst abbauen, wenn die Stadt
ihre Einhausung entfernt habe. (trenk/DER STANDARD; Printausgabe,
31.07.2003)