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derStandard.at | derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
30. Juli 2008
12:15 MESZ

Stein des Anstoßes: Martin Kippenbergers "Frosch".


"Causa Frosch" sorgt weiterhin für lauten Trubel
Martin Kippenbergers "Frosch"-Kunstwerk: Politiker wollen Staatsanwaltschaft wegen Verletzung religiöser Gefühle einschalten

Bozen  - Der im Bozner Museion ausgestellte gekreuzigte Frosch des Künstlers Martin Kippenberger sorgt in Südtirol weiter für Aufregung. SVP-Regionalratspräsident Franz Pahl, der seit einer Woche mit einem Hungerstreik für die Entfernung des Frosches demonstriert, kündigte am Mittwoch mit dem Trentiner Politiker Renzo Gubert eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen Verletzung religiöser Gefühle an. Von der Union wurden mittlerweile 10.263 Unterschriften gegen das Kunstwerk gesammelt. Landeshauptmann Luis Durnwalder und Kulturlandesrätin Sabine Kasslatter Mur warnten vor einer Instrumentalisierung des Kippenberger-Frosches und verlangten "Reaktionen" der Museumsführung.

Kunstvermittlung

"Wir verlangen daher auch klare Maßnahmen von Seiten des Museion, um dieser Instrumentalisierung etwas entgegen zu halten", erklärten Durnwalder und die Landesrätin nach einem Treffen mit Museumsverantwortlichen am Donnerstag. Das Museion sei als Einrichtung gedacht, die moderne Kunst der Bevölkerung näher bringen solle, sie also auch entsprechend vermittle. "Ich glaube nicht, dass man diese Aufgabe mit reiner Provokation wahrnimmt", sagte der Landeshauptmann. Man sei für die Freiheit der Kunst und gegen jeglichen Eingriff der Politik, "was wir aber derzeit erleben müssen, ist eine politische Instrumentalisierung der Kunst".

Religiöse Gefühle

Die religiösen Gefühle eines Teils der Bevölkerung müssten berücksichtigt werden. "Wir sind überzeugt, dass man mit etwas gutem Willen und Verständnis für die jeweils andere Seite einen Weg der gegenseitigen Toleranz finden kann", so der Landeshauptmann, der ebenso wie Kasslatter Mur auf "konkrete Reaktionen von Seiten der Museion-Führung" setzte.

Pahl bekräftigte am Mittwoch, seinen Hungerstreik zumindest bis zum Ende des Papst-Urlaubes in Südtirol (11. August) fortsetzen zu wollen. Der Schutz der Religion sei im Autonomiestatut garantiert, die durch die Zurschaustellung des Kunstwerkes verletzt werde.

Unterschriftensammlung

Die Union verlangte mit der Unterschriftensammlung von der Führung des Museions erneut die sofortige Entfernung des Kippenbergerkreuzes. Das Ausstellungsstück verletze die Gefühle vieler Christen und entstelle das zentrale christliche Symbol, das Kreuz. Das "Nicht- bzw. halbherzige-Handeln der zuständigen Politikerin und der Museionsleitung" wertete die Union als völlige Respektlosigkeit gegenüber den religiösen Gefühlen Hunderttausender Südtiroler.  (APA)

 


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