Salzburger Nachrichten am 28. Dezember 2005 - Bereich: Kultur
PERSONALIA

Max Hollein

ist ab 1. Jänner einer der mächtigsten Museumschefs in Deutschland. Zusätzlich zur Ausstellungshalle Schirn, mit der er in den vergangenen Jahren oft für Aufsehen sorgte, wird der 36-jährige Ausstellungsmacher, Sohn des Architekten Hans Hollein, auch das traditionsreiche Frankfurter Städel leiten. Mit 2700 Gemälden aus allen Epochen sowie einer berühmten Grafiksammlung gehört das Städel zu den bedeutendsten Kunstmuseen Deutschlands.

Als "Generaldirektor"

muss Hollein zwei ungleiche Häuser miteinander verbinden. Anders als das Städel mit seinem fast alle Epochen umfassenden Kunstbestand ist die Schirn eine reine Ausstellungshalle. Seit seinem Amtsantritt Ende 2001 hat Hollein der Schirn mit geschickt gewählten und gut vermarkteten Ausstellungen weite Resonanz verschafft. Präsentationen von Henri Matisse oder Yves Klein oder thematische Projekte wie "Shopping - 100 Jahre Kunst und Konsum" oder die jüngste Revue zur psychedelischen Kunst der 60er Jahre ("Summer of Love") haben Tausende Menschen angelockt.

Noch wichtiger:

Hollein, der in Wien neben Kunstgeschichte auch Betriebswirtschaft studierte und später im New Yorker Guggenheim Museum arbeitete, hat sich als glänzender Akquisiteur bei der Wirtschaft erwiesen. Er hat die von privaten Sponsoren stammenden Drittmittel auf 2,35 Millionen Euro im Jahr 2004 gebracht. Der neue Städelchef hat deutlich gemacht, dass er die "internationale Präsenz" des Städels forcieren wolle. Das Profil dieses Hauses solle sich deutlich von dem der Kunsthalle Schirn unterscheiden. Im Frühjahr will Hollein neue Projekte vorstellen.