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| Eintauchen
in leuchtende Farbräume Monografische Ausstellungen sind im Kunstraum Innsbruck Raritäten: Doch neben Herbert Brandls riesige Panoramen hätte kein anderer Platz. INNSBRUCK. Mit ihren 1,65 mal 6 Metern Größe füllen Brandls acht Panoramen allein den Kunstraum. Aber auch in ihrer malerischen Vehemenz sind die Bilder raumfüllend, lassen nicht nur formal, sondern auch mental keinen Platz für andere Positionen.Der 1959 geborene Grazer Weibelschüler ist einer aus der Gruppe der Anfang der achtziger Jahre die Malerei wiederentdeckenden "Jungen Wilden". Von diesen expressiven Anfängen hat sich Brandl bis heute allerdings weit entfernt, wenn der Künstler auch meint, lebenslang eigentlich an nur einem Bild zu malen. In seinen neuen Panoramen ist allerdings nichts Assoziatives mehr zu finden, handelt es sich um Malerei pur. "Meine Bilder malen sich selbst", so Brandl, selbst die verwendete Farbe wähle er rein intuitiv. Die Gründe dieser Wahl interessieren ihn nicht, genauso wie er das Gemalte nicht kontrolliert bzw. korrigiert. In einem Zug durchgemalt sind diese großen Panoramen, oft als Kraftakt von nur einer halben Stunde. Farben dominieren Herbert Brandls neue Bilder, die sich als monochromes Spiel entwickeln, aber auch durchaus "bunt" sein können. "Ich mag das Eintauchen in Farbräume" sagt Brandl, das "Arbeiten auf einer großen Bühne". Ein magisches inneres Licht leuchtet aus den Tiefen dieser mit breitem Pinsel in vehementem, ständig die Richtung wechselndem Gestus gemalten Panoramen, die das gesamte Gesichtsfeld des Betrachters in Anspruch nehmen. Nimmt dieser die Einladung an, diese zu brennen scheinenden, düsteren oder poetischen Bildräume mental zu betreten, wird er mit seinen eigenen Erlebnissen und Gefühlen konfrontiert, die mit denen des Schöpfers im Akt des Malens absolut nichts zu tun haben müssen. Denn was sich für Brandl durch das Malen auf der Ebene des Unbewussten klärt, bricht beim Betrachter erruptiv auf, konfrontiert ihn mit eigenen Emotionen. Im Rahmen der heutigen Ausstellungseröffnung präsentiert Gudrun Pechtl ihre vieldeutige Buffetinstallation "iss es kunst" im Projektraum des Kunstraums. 2002-04-11 15:45:14 |