
Und genau deshalb kann es zu unschönen Szenen kommen, wie der folgenden: Nach eingehend ungenauem Studium des Fahrplans hat man sich vage eingeprägt, dass ein bunter Bus mit einem einst von Maria Lassnig für etwas ganz etwas anderes entworfenem Bild drauf, nahe der Albertina abfahren wird. Und zwar um vier!
Und also ist man dann eben kurz nach drei schon dort, um den Anschluss an die Kunst nur ja nicht zu versäumen, und fixiert keck von einer Loge im Kaffeehaus Tirolerhof aus den Bus und muss so hilf- wie fassungslos mitansehen, wie ebendieser viele Minuten vor vier gelassen abfährt. Und dann rennt man, um den Anschluss an die Kunst nicht zu verpassen, wild wachelnd diesem Bus nach und kommt ganz außer Atem drauf, dass der eh wartet, aber eben ein Hauseck weiter, genau nämlich vorm Haus Operngasse 4. Und eine Moral zu dieser Geschichte fällt mir jetzt auch nicht ein. Außer vielleicht: Unauffällige Busse vermutet man eher an ihren Haltestellen als gestylte. (mm /DER STANDARD, Printausgabe, 20.09.2007)