
Bregenz
- Der Direktor des Kunsthauses Bregenz (KUB), Eckhard Schneider, gibt
nach rund acht Jahren die Leitung des renommierten Museums ab.
Kultur-Landesrat Markus Wallner (V) hat dementsprechende Berichte
Vorarlberger Medien bestätigt. Demnach wird Schneider Vorarlberg
bereits Ende September verlassen und in die Ukraine wechseln. Die
Leiter-Position des KUB soll umgehend international ausgeschrieben
werden.
Vertragsauflösung: Ende September
Wallner erklärte, dass man die Karriereplanung eines derart
erfolgreichen Kunstfachmannes nicht behindern wolle. Schneider habe ihn
schon vor einigen Wochen von seinem beabsichtigten Abgang informiert.
Deshalb werde man den Vertrag mit dem 65-jährigen Deutschen bereits per
Ende September auflösen. Schneider wäre noch bis 2010 an das KUB
gebunden gewesen, einer Vertragsverlängerung wäre nichts im Weg
gestanden. "Abgesehen vom Erfolg mit dem Programm betrugen die
Eigeneinnahmen im KUB zuletzt fantastische 40 Prozent, während andere
gut geführte Häuser etwa 25 bis 30 Prozent erreichen", sagte Artur
Vonblon von der Vorarlberger Kulturhäuserbetriebsgesellschaft gegenüber
den "Vorarlberger Nachrichten" (Dienstag-Ausgabe).
Weiterhin: Beratungsfunktion
Laut Wallner wird Schneider 2009 dem KUB noch als Berater zur Verfügung stehen. Damit soll gewährleistet werden, dass das bereits gesicherte Programm des nächsten Jahres störungsfrei durchgezogen werden kann. An der grundsätzlichen Ausrichtung des Hauses solle sich auch unter einem neuen Leiter nichts ändern, bekräftigte der Landesrat im Gespräch mit dem ORF. "Direktor Schneider hat eine interessante Kombination gefunden zwischen der Architektur des Kunsthauses und der Bespielung. Genau diese Kombination hat dem Kunsthaus selbst ein internationales Renommee gebracht", so Wallner.
Schneiders neues Betätigungsfeld wird in Kiew liegen. Laut "VN"-Informationen handelt es sich um die neue Pinchuk Foundation. Schneider selbst hat sich zu seiner Zukunft noch nicht geäußert. Der deutsche Kulturmanager Schneider ist im Jahr 2000 nach Bregenz gekommen. Zuvor hatte er neun Jahre den Kunstverein Hannover geleitet. Schneider hatte sich als Nachfolger von Gründungs-Direktor Edelbert Köb gegen 63 andere Bewerber aus dem In- und Ausland durchgesetzt. (APA)