Dornbirn (VN-cd) Vor zwei Jahren wurde die "art bodensee", die
einzige Sommer-Kunstmesse Europas, ins Leben gerufen. Sie hat sich
als gedeihendes Pflänzchen erwiesen, gehen die Verantwortlichen
heuer doch davon aus, dass 9000 Besucher angelockt werden können.
Das wäre deutlich mehr als im Vorjahr. Bewusst klein gehalten
wird die Anzahl der teilnehmenden Galerien und Institutionen an
dieser von der Dornbirner Messegesellschaft ausgetragenen
Veranstaltung. Fachbeiratsmitglied Albert Baumgarten (Galerist aus
Freiburg) sieht in der Überschaubarkeit einen deutlichen Vorteil:
"Die bewiesene Gelassenheit und Professionalität werden diese Messe
weiterleben lassen." Gerold Hirn, Vorarlberger Vertreter im Beirat
und ebenfalls Verfechter des "small is beautiful"-Konzepts, geht von
einer deutlichen Profilierung der Messe am internationalen
Kunstmarkt aus.
Etwa 3000 Exponate
Die dritte "art bodensee" (die von Freitag bis Sonntag für das
Publikum zugänglich ist) bietet in einer Region mit einem
errechneten Einzugsgebiet von (nur) 1,5 Millionen Menschen auf 5000
Quadratmetern Ausstellungsfläche rund 3000 Exponate von etwa 300 (in
erster Linie zeitgenössischen) Künstlern.
Diesmal beteiligen sich etwa 50 Unternehmen aus Deutschland,
Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Frankreich.
Geringe Fluktuation
80 Prozent der Aussteller sind der Messe treu geblieben, was -
wie auch der Geschäftsführer der Dornbirner Messegesellschaft,
Roland Falger, betonte Ö, eine geringe Fluktuation bedeutet.
Sonderschau
Die Sonderausstellung basiert heuer auf einer Zusammenarbeit der
Stadt Dornbirn mit der elsässischen Stadt Selestat. Seit rund 20
Jahren existiert dort der "Fonds Regional d'Art Contemporain" (FRAC)
zur Sammlung zeitgenössischer Kunst. Daraus konnte Kurator Harald
Gfader schöpfen, um eine Sonderausstellung mit zwölf Positionen
zusammenzustellen, die unter dem Titel "Ohne Grenzen" in der Tat ein
grenzenloses, inspirierendes Thema präsentiert.
Dabei geht es um Landschaft an sich, um Anachronismen, um
philosophische Fragen, die die Künstler aufwerfen. Nicht zuletzt um
Gemeinsamkeiten, aber auch um die innere Landschaft und die
Landschaft als Vorwand für erotische Themen. Sublimes und Opulenz
ist zu erwarten und wird eingelöst.