Kam eher zufällig zur Kunst
Enwezor machte sich zunächst als Lyriker, Literaturkritiker und Essayist einen Namen. Zur Kunst kam er, wie er selber sagt, eher zufällig über Freunde und Ausstellungsbesuche. Seit 1989 war er als Kurator für zahlreiche Kunstschauen verantwortlich. Unter anderem leitete er 1997 die viel beachtete Biennale in Johannesburg und präsentierte im vergangenen Jahr in München die Schau "The Short Century" über afrikanische Unabhängigkeitsbewegungen aus der Sicht von Künstlern, Literaten, Musikern, Architekten und Filmern. 1993 gründete er das Magazin "Nkab, das als wichtigstes Medium zeitgenössischer afrikanischer Kunst gilt.
Enzewor - Zeichen für eine Horizonterweiterung in Kassel
Die Berufung des temperamentvollen und politisch engagierten Nigerianers zum
Leiter der Documenta11 wurde allgemein als Zeichen für eine Horizont-Erweiterung
der Kasseler Weltkunstschau verstanden. Bereits kurz nach seiner Ernennung im
Jahre 1998 hatte Enwezor klar gemacht, dass er die bislang einseitig westliche
Ausrichtung der documenta aufbrechen wolle. Seinen gesellschaftskritischen
Anspruch demonstrierte er, indem er mit Diskussions-Plattformen in verschiedenen
Kontinenten (die erste fand im März und April des Vorjahres in Wien statt)
zunächst die Debatte um die sozialen und politischen Rahmenbedingungen
künstlerischer Produktion auf die Tagesordnung setzte. (APA/dpa)
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