Salzburger Nachrichten am 16. November 2005 - Bereich: Kultur
Sammeln im ehemaligen Flakturm

Im "Contemporary Art Tower" des Wiener MAK soll moderne Kunst entstehen

WIEN (SN-mo). Zu Wiens Stadtbild gehören auch die sechs Flaktürme aus der NS-Zeit. Eines der beiden Betonmonster im Arenbergpark im dritten Bezirk benutzt das "MAK" als Depot und Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst. Daraus soll nach dem Willen von MAK-Direktor Peter Noever bald wesentlich mehr werden. Am Dienstag präsentierte er der Presse sein Projekt "CAT", "Contemporary Art Tower". Zusammen mit den Architekten Sepp Müller und Michael Embacher will Noever den Turm zu einem "internationalen Zentrum für zeitgenössische" Kunst ausbauen. Es existiert bereits ein Verein, der einen Businessplan für das Projekt ausgearbeitet hat: Finanzbedarf 20 Millionen Euro, Bund und Stadt sollen je 3,5 Millionen beitragen, der Rest soll privat aufgebracht werden. In dem Turm sollen dann internationale Künstler Werke verwirklichen, die in den Besitz und die Sammlung des Betreibers übergehen. Deren Wertzuwachs soll, so sagten Noever und sein "Finanzmann" Johannes Strohmayer, Teil des Finanzierungssystems des Turm-Projektes sein. Ziel sei es, über fünfzehn bis zwanzig Jahre hinweg eine Sammlung anzulegen, die sich Wien später nie mehr werde leisten können, sagte Noever.