23.09.2001 21:06:00 MEZ
Das gerade noch Vorhandene - Kunst und Kirche
Eine Rundschau durch OÖ-Galerien

"Meine Malerei hat etwas mit Energie zu tun. Mich interessiert, der Malerei die Haut abzuziehen; zu suchen, was hinter den schönen Farben, hinter dem genialen Pinselstrich steht. Wann ist ein Bild dann fertig? Ich habe kein Problem damit, ein Bild fragmentarisch zu belassen. Ich lege eher frei."

Die Schärdinger "Galerie am Stein" zeigt neue Arbeiten eines ehemals Wilden, der lange schon das Figürliche verlassen hat. Erwin Bohatsch ist Maler, und das bedeutet, Bilder zu machen, auszuloten, was innerhalb der Grenzen des Mediums noch möglich ist - jenseits der Narration und verbindlicher Regelwerke.

Eine Erweiterung des Begriffes ist sein Anliegen nicht, ein Einbeziehen anderer als malerischer Techniken ebenso wenig. Seine Arbeiten leben von feinen Nuancen, die nur fallweise um heftig kontrastierende Elemente ergänzt werden.

Farbe rinnt über die Leinwand. In vielfältig abgestuften Schichten überlagern oder kreuzen sich die Fließbewegungen, ohne je ineinander zu verrinnen. Stellenweise schimmert ein Farbwert aus dem Bildgrund, oft dominiert die graubraune Leinwand den farblichen Gesamteindruck.

Energiefluss

Bohatsch reduziert Farb-wie Hell-Dunkel-Kontraste bis an die Grenze ihres Gerade-noch-Vorhandenseins. Und gibt im Rahmen der Produktion Teile seiner Autonomie zugunsten eines "Geschehenlassens" auf. Die Fließbewegung der Farbe legt die Formen fest, der Strom kann seine Energie frei entfalten. Bohatsch organisiert erst die Überlagerungen.


Kunst und Kirche

Das Stift Schlierbach widmet sich in seiner "Margret Bilger Galerie" immer wieder den Bezügen von Ausstellungsort und zeitgenössischem Kunstschaffen.

Unter dem Titel "Kreuze" zeigt Franz Josef Altenburg ab 28. 9. Keramikobjekte, die verschiedenste Kreuzkonstellationen in Verbindung von Ikonographie, Materialästhetik und Personalstil erproben. Altenburg waren zuletzt im Wiener Museum für angewandte Kunst und in der Neuen Galerie der Stadt Linz umfangreiche Personalen gewidmet, 1989 erhielt der 1941 geborene Bad Ischler den Oberösterreichischen Landeskulturpreis.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24. 9. 2001)


Quelle: © derStandard.at