Die Schärdinger "Galerie am Stein" zeigt neue Arbeiten eines ehemals Wilden, der lange schon das Figürliche verlassen hat. Erwin Bohatsch ist Maler, und das bedeutet, Bilder zu machen, auszuloten, was innerhalb der Grenzen des Mediums noch möglich ist - jenseits der Narration und verbindlicher Regelwerke.
Eine Erweiterung des Begriffes ist sein Anliegen nicht, ein Einbeziehen anderer als malerischer Techniken ebenso wenig. Seine Arbeiten leben von feinen Nuancen, die nur fallweise um heftig kontrastierende Elemente ergänzt werden.
Farbe rinnt über die Leinwand. In vielfältig abgestuften Schichten überlagern oder kreuzen sich die Fließbewegungen, ohne je ineinander zu verrinnen. Stellenweise schimmert ein Farbwert aus dem Bildgrund, oft dominiert die graubraune Leinwand den farblichen Gesamteindruck.
Energiefluss
Bohatsch reduziert Farb-wie Hell-Dunkel-Kontraste bis an die Grenze ihres
Gerade-noch-Vorhandenseins. Und gibt im Rahmen der Produktion Teile seiner
Autonomie zugunsten eines "Geschehenlassens" auf. Die Fließbewegung der Farbe
legt die Formen fest, der Strom kann seine Energie frei entfalten. Bohatsch
organisiert erst die Überlagerungen.
Das Stift Schlierbach widmet sich in seiner "Margret Bilger Galerie" immer wieder den Bezügen von Ausstellungsort und zeitgenössischem Kunstschaffen.
Unter dem Titel "Kreuze" zeigt Franz Josef Altenburg ab 28. 9.
Keramikobjekte, die verschiedenste Kreuzkonstellationen in Verbindung von
Ikonographie, Materialästhetik und Personalstil erproben. Altenburg waren
zuletzt im Wiener Museum für angewandte Kunst und in der Neuen Galerie der Stadt
Linz umfangreiche Personalen gewidmet, 1989 erhielt der 1941 geborene Bad
Ischler den Oberösterreichischen Landeskulturpreis.
(DER STANDARD,
Print-Ausgabe, 24. 9. 2001)
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derStandard.at