Nitsch ist weg

Staatsopernballett entfernt Bühnenbild von Hermann Nitsch.
Wien.
Das Ballett der Staatsoper hat den "Diaghilew"-Abend wieder aufgenommen
und dabei in die Inszenierung des früheren Ballettdirektors Renato
Zanella eingegriffen: Die neue Ballettdirektion unter Gyula Harangozó
hat ein Video von Nitschs Orgien-Mysterien-Theater, das als Bühnenbild
der Strawinsky-Choreografie "Renard" fungierte, entfernt.
Laut Ballettdirektion verursachte dieses Video "einigen Zuschauern
Übelkeit". Nitsch indes spricht von "Zensur" und fragt sich, "was man
eigentlich von Theater erwartet, doch nicht Gemütlichkeit und
Langeweile. Theater muss betreffen, aufwühlen."
Staatsopern-Direktor Ioan Holender wollte die Sache mit dem Hinweis auf die Autonomie des Balletts nicht kommentieren.
Freitag, 23. September 2005