Salzburger Nachrichten am 17. September 2005 - Bereich: kultur
Kurz gemeldet

Dass Hermann Nitsch

die 122. Aktion seines "orgien mysterien theaters" am Burgtheater zelebrieren wird, ist Thema des Wiener Wahlkampfs geworden. Der Spitzenkandidat des BZÖ, Hans-Jörg Schimanek, bezeichnete Nitschs geplante Aktion als "Schande". Damit würden die Insiginen der christlichen Glaubensgemeinschaft "verunglimpft" und "missbraucht". Gegen derartige Kritik protestierte der Kultursprecher der Wiener SPÖ, Ernst Woller: Die Freiheit der Kunst müsse unbestritten bleiben. Nitsch sei ein national und international angesehener Künstler, "der erst kürzlich hohe Auszeichnungen des Landes Niederösterreich und der Stadt Wien erhalten hat". Offensichtlich gehe das BZÖ "in letzter Not dazu über, Künstler zu beschimpfen".

Bairisch

ist vom Aussterben bedroht. Nur zwei Prozent der Kinder in München sprechen Mundart, wie der Dialektforscher Bernhard Stör dem Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete. "In 60 Jahren spricht keiner mehr münchnerisch", sagte Stör. Von München aus werde sich eine Standardsprache ausbreiten und die Dialekte verdrängen. Was heute bairisch klinge, sei meist nur eine lautmalerische Übersetzung aus dem Hochdeutschen. Bleiben werde im Süden "eine norddeutsch geprägte Umgangssprache mit bairischen Restgräten".