19.08.2001 20:15:00 MEZ
Mixturen aller Art
Galerienrundschau in der
Dorotheergasse: Pop und Revolution und "Labor"kunst
Wer vermutet schon im
Kürzel
Erro, mit Akzent bitteschön, einen Isländer, der ab 1958 in Paris
die US-Pop-Art gegen den Strich bürstet und mit Revolutionsbildern Chinas
auffrisiert? Kaum jemand, aber es gibt ihn schon lange - ab 23. 8. (Eröffnung 19
Uhr) in der
Galerie Hilger, die
Les années Pop, Collagen 1958-2001
Revue passieren lässt. Knallbunte Collagen zwischen Propaganda und Sex, zwischen
Weltall und Aschenbecher. Maschinenästhetik blitzt meistens durch. Zudem
gesellschaftspolitisches Engagement: Im "American Interieur" von 1968 stellt
Err`o ins kitschige US-Kleinbürgerheim TV- und Zeitungsbilder von
vietnamesischen Partisanen, deren Darstellung ebenso dem Klischee verhaftet
bleibt. In neueren Arbeiten verflicht er Propaganda mit Details aus "Alten
Meistern". Das Prinzip Pop ist wie bei Hilgers All-Time-Favourite Mel Ramos
keine Sixties-Angelegenheit, sondern Lebensaufgabe - natürlich mit den
entsprechenden Wiederholungen.
Im Labor gezeugte Kunst
Obiger Galerie verpflichtet ist auch das artLab, das mit Siemens
sponsert. Jungen Künstlern wiederum verpflichtet, laborierten diesmal gleich 14
Kunstschaffende an ihren Werken, im wörtlichen Sinn: bei dem titelmäßig an die
Tanzwochen gemahnenden Schau artists on location - artists in motion
treten Arbeiten (sämtlicher Kunstsparten) zutage, die innert zwei Wochen in
Warschau gemeinsam auf die Beine gestellt worden waren - zum Thema:
"Bewegung/Stillstand". (ab 23. 8., 19.30 Uhr). Silke Maier und Doris Mayer
schar(t)en dabei Kollegen aus Polen, Frankreich, USA, Italien, Deutschland und
Österreich um sich. Bis 22. 9.
(dok/DER STANDARD, Print-Ausgabe,
20. 8. 2001)
Quelle: ©
derStandard.at