| Fotografische Aspekte | |
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Die Sammlung Essl zeigt zwei zusätzliche künstlerische Positionen
zum Thema Fotografie parallel zur Ausstellung AUGENBLICK
Foto/Kunst. |
Die aus 99 Fotografien bestehende
Foto-Installation "Paint the Town in Red, White and Blue" des
österreichischen Künstlers Hannes Priesch verarbeitet den patriotischen
Fanatismus der Amerikaner nach dem 11. September. In der Reihe "emerging artists" ist eine Serie symbolträchtiger
Architektur-Fotografien des Moldaviers Ilya Rabinovich zu sehen. Stars and Stripes & Dessous
dekorationen mit fahnen- geschmückten Puppen in heldenhafter Aufmachung. Oder auch ein amerikanischer Hund, der in blau-weiß-rotem handgenähten Fantasiedress von der Fotowand lächelt. Das sind die zum Teil skurrilen Situationen, in denen der in New York
lebende österreichische Künstler Hannes Priesch den amerikanischen
Patriotismus ablichtet. Und zwar 99 Mal, zu sehen auf einer Fotowand in
der Sammlung Essl, die sich aus neun Mal 11 Bildern zusammensetzt. Damit
wird auf das Datum 9/11 verwiesen.
Regierungs-Devise Damals wurde von der Regierung die Losung ausgegeben: "Paint the Town
Red, White and Blue". Hannes Priesch interessiert daran vor allem die
humorvolle Komponente: "Ich habe versucht, humoristische Aspekte hineinzubringen, die nicht
unbedingt da waren. Aber es ist nicht direkter Humor, es ist etwas
anderes. Es gibt von Susan Sontag den Ausspruch: Patriotismus ist Kitsch.
So kann man das umschreiben. Kitsch kann gefährlich sein. Und so kann dann
aus rosa blutrot entstehen", so Priesch. Verordneter Flaggenschmuck
So war der Flaggenschmuck nicht immer ganz freiwillig. Es gab
Hausbesitzer, die ihr Haus nicht beflaggten und dadurch unter massiven
sozialen Druck gerieten, wie Priesch erzählt: "Ich wohne im East Village,
da gibt es auch islamische Geschäfte. Wenn da jemand eine Fahne aushängt,
zeigt er damit, dass er dabei sein will. Manche wollen dabei sein, manche
sind es ohnehin und wollen nur verstärkt zeigen, Amerika ist groß und
stark. Es gibt also unterschiedliche Motive, warum die Menschen das
machen." Seit 10 Jahren in den USA Seit 10 Jahren lebt Hannes Priesch in New York, und er sieht den
amerikanischen Patriotismus mit einiger Distanz. Als er bewaffnet mit der
Kamera durch die Straßen zog, befürchtete er immer wieder, von den
Patrioten zur Rede gestellt zu werden. Doch die reagierten auf seine
Frage, ob er die Fahnen fotografieren dürfe, ohnehin nur mit Stolz. "Wenn ich danach gefragt habe, wurde ohnehin immer nur positiv darauf
geantwortet. Man hat nicht gesehen, dass es da auch eine andere Position -
neutral bis kritisch - geben könnte. Alle waren enthusiastisch auf diesen
Patriotismus eingestimmt. Da gab es keine Zweifel", erzählt der
Künstler.
Rabinovichs beseelte Autos Auch der Künstler Ilya Rabinovich, der in der Ausstellungsserie
"emerging artists" gezeigt wird, macht seine Arbeiten aus der
Außenseiter-Perspektive. Es handelt sich um ästhetisierte Fotos von
Parkhäusern, in denen die Autos fast wie beseelte Lebewesen wirken. "Für mich ist es wichtig, mit Räumen zu arbeiten, die eine Funktion des
Kommens und Gehens haben. Das sind Transportpunkte wie Flughäfen, Bahnhöfe
und eben auch Parkplätze. Denn auch mein Leben ist vom Transit
gekennzeichnet: zwischen Moldavien, Israel und Amsterdam. So habe ich
etwas gesucht, das dieses Gefühl darstellen könnte: dass man an einen Ort
kommt, um ihn gleich wieder zu verlassen", erklärt Rabinovich. Link: Sammlung Essl | ||||||||||