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"Landhaus am Attersee" um 25,4 Mill. Euro in New York versteigert

Klimt-Bild erzielte Rekordpreis


300 Jahre Wiener Zeitung!Eines der Hauptwerke von Gustav Klimt, das "Landhaus am Attersee" von 1914, hat am Mittwochabend (Ortszeit) bei Sotheby's in New York einen Rekordpreis erzielt: Das Gemälde wechselte um 29,128 Millionen Dollar (25,4 Millionen Euro) den Besitzer. Das ist der höchste Preis, der jemals für ein Klimt-Werk erzielt wurde. Ersteigert hat das Werk ein anonymer Bieter.
Das "Landhaus am Attersee" übertraf damit die Erwartungen, die bei 18 bis 25 Millionen Dollar (15,3 bis 21,2 Millionen Euro) gelegen waren, deutlich. Der bisherige Höchstwert, den ein Klimt-Werk erzielen konnte, war 1997 bei Christie's in London erreicht worden, als "Schloß Kammer am Attersee II" für 14,521.000 Pfund (damals 291 Millionen Schilling) versteigert wurde. Klimt (1862 bis 1918) gilt als Hauptvertreter des österreichischen Jugendstils. Sein Werk umfasst unter anderem Landschaftsgemälde und erotische Frauenporträts. Das "Landhaus am Attersee" war in den Jahren des Nationalsozialismus von den Nazi-Behörden beschlagnahmt worden, später zuerst als Leihgabe und dann als Schenkung in den Besitz der Österreichischen Galerie Belvedere gelangt und schließlich im Jahr 2000 an die Erben nach Jenny Steiner restituiert worden. Steiner hatte im Juni 1938 Wien verlassen müssen, ihr Vermögen - darunter das Bild - war zur Eintreibung der "Reichsfluchtsteuer" beschlagnahmt worden.
Ein weiterer Rekord wurde bei der Sotheby's-Versteigerung gebrochen: Ein Gemälde des russischen Künstlers Alexej von Jawlenski aus dem Jahr 1910 kam für 8,3 Millionen Dollar unter den Hammer. Der Höchstpreis für ein Jawlenski-Gemälde lag bislang bei 3,3 Millionen Dollar.
Insgesamt kamen bei der Auktion zeitgenössischer und impressionistischer Kunst, die Sotheby's alle zwei Jahre in New York abhält, 125,5 Millionen Dollar für 56 Werke zusammen. Sechs der zehn teuersten Gemälde wurden von US-Bürgern ersteigert - "trotz des schwachen Dollar-Kurses", wie Sotheby's-Experte David Norman bemerkte. Stattliche Preise erzielte etwa Werke von Claude Monet (10,4 Millionen Dollar), Vincent van Gogh (10,3 Millionen Dollar) und Pablo Picasso (9,7 Millionen Dollar). Beendet werden soll der Auktionsreigen beim New Yorker Auktionshaus Phillips, de Pury & Luxembourg am 13. November mit Werken von Damien Hirst, Sarah Lucas und Maurizio Cattelan.

Erschienen am: 07.11.2003

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